In drei Sätzen: Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit kündigt an, sich später zu ihrer Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu äußern. Sie brauche nun Zeit, „um sich zu sammeln“. Ihr Name taucht dutzende Male in den Epstein-Akten auf, und sie hatte auch nach seiner ersten Verurteilung noch Kontakt.
Der Auslöser: Epstein-Akten werden veröffentlicht. Mette-Marits Name taucht auf. Sie gibt zu, Epstein nach seiner Verurteilung gekannt und in seiner Villa gewohnt zu haben. Jetzt braucht sie plötzlich Zeit.
Wer sagt was: Mette-Marit, Kronprinzessin von Norwegen: „Es ist mir wichtig, Entschuldigung zu allen zu sagen, die ich enttäuscht habe. Teile des Inhalts der Nachrichten zwischen Epstein und mir repräsentieren nicht den Menschen, der ich gerne sein möchte.“ (Sorry, dass ihr es herausgefunden habt, mein PR-Team arbeitet an einer besseren Geschichte.)
Haakon, Kronprinz von Norwegen: „Sie will gerne erzählen, aber gerade schafft sie das nicht.“ (Wir spielen auf Zeit, bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird und alle das hier vergessen haben.)
Das Sittenbild: Die königliche Familie fordert Privatsphäre und Verständnis für ihre persönlichen Probleme – eine chronische Krankheit und ein Sohn, der wegen Vergewaltigung vor Gericht steht. Gleichzeitig erwarten sie vom Volk, dass es ihren Lebensstil klaglos finanziert.
Zwischen den Zeilen: Man wusste jahrelang von der Freundschaft zu einem verurteilten Pädophilen, aber die Notwendigkeit zur Aufarbeitung entsteht erst, als die Akten öffentlich werden. Die angebliche Ahnungslosigkeit über Epsteins wahres Gesicht ist so glaubwürdig wie ein Lottogewinn per E-Mail.
Follow the money: Das norwegische Königshaus erhält jährlich rund 32 Millionen Euro aus Steuergeldern, um einen Lebensstil zu pflegen, der offenbar auch Urlaube bei verurteilten Sexualstraftätern inkludiert.
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Sollte man kennen: Die Epstein-Files sind öffentlich zugänglich und können unter dem justice.gov/epstein abgerufen werden.
Warum das wichtig ist: Der Kontrast zu ihrer Rolle als zukünftige Königin ist riesig. Es geht um Glaubwürdigkeit und moralische Integrität.
Quelle: krone.at
