In drei Sätzen: Brüssel protzt weiter – trotz aller Spar-Beteuerungen: Während alle Europäer unter der explodierenden Teuerung, der Wirtschaftskrise und den hohen Arbeitslosenzahlen leiden, plant der EU-Ausschuss der Regionen den nächsten Luxusumbau. Allein der neue „Konferenzhub“ kostet dabei 3,6 Millionen Euro.
Der Auslöser: Interne Dokumente, die Politico zugespielt worden sind, enthüllen die Pläne für einen 49-Millionen-Euro-Umbau des Bertha-von-Suttner-Gebäudes in Brüssel. Darin versteckt: ein 450-Sitzplätze starker „Conference Hub“. In dem Konferenzraum sollen künftig die 329 Mitglieder des EU-Ausschusses der Regionen tagen. Die Sitzungen der Bürgermeister, Regionalpolitiker und andere Vertreter lokaler Gebietskörperschaften finden derzeit mehrmals jährlich in Gebäuden des Europäischen Parlaments oder der EU-Kommission statt.
Wer sagt was: Ein EU-Personalgewerkschafter nennt das Vorhaben „absolut größenwahnsinnigen Plan“. Mitarbeiter kritisieren laut Politico auch die mangelnde Transparenz: Die Pläne für den Konferenzraum tauchten nicht klar in offiziellen Veröffentlichungen auf. Die Leitung des Ausschusses weist alle Vorwürfe zurück – man habe alles intern besprochen.
Das Sittenbild: Der Ausschuss der Regionen gibt sich als Stimme lokaler Bürgermeister und Regionalpolitiker, in Wahrheit dient er als weiteres Vehikel Brüsseler Selbstinszenierung. Die EU-Führung setzt weiterhin auf teuren Protz statt auf Sparsamkeit – und das noch dazu in einer massiven Energie- und Wirtschaftskrise.
Zwischen den Zeilen:
- Während der Bauarbeiten muss der Ausschuss für zwei Jahre in ein Ausweichgebäude umziehen.
- Im Konferenzraum wird es Dolmetscherkabinen, Pressebereiche und VIP-Zonen geben.
- Der Abriss der unteren Stockwerke und des Innenhofs ist vorgesehen.
- Ein angrenzendes Gebäude wird ebenfalls einbezogen.
Follow the money: Die Gesamtkosten für den Umbau des Gebäudes summieren sich auf 49 Millionen Euro. Dazu kommen 2,8 Millionen Euro pro Jahr für die Anmietung des Ausweich-Gebäudes. Die EU-Führung rechnet mit der Vermietung des Konferenz-Hubs an andere EU-Institutionen, das soll bis zu 1.400 Euro pro halbem Tag bringen Über 17 Jahre sollen so angeblich 15 Millionen Euro an Einsparungen und Einnahmen entstehen. Kritiker bezweifeln diese Rechnung.
Die andere Sicht: Die Ausschuss-Führung spricht von einer notwendigen Modernisierung – die Gebäude hätten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Brandschutz, Sicherheit und Umweltauflagen erforderten den Umbau. Man wolle künftig auch unabhängiger agieren.
Warum das wichtig ist: Derartige Millionenprojekte entlarven die Doppelmoral der EU-Eliten: Während die Haushalte unter den steigenden Energiepreisen und der massiven Teuerung leiden, bauen Brüsseler Institutionen Luxus-Konferenzräume. Österreichs Steuerzahler finanzieren diese EU-Politik mit einem operative Nettobeitrag von 1,369 Milliarden Euro (2024).
Quelle: Politico
