KI überfordert Menschen

Europa verliert bei KI dramatisch den Anschluss.

Künstliche Intelligenz - Tung Nguyen - Pixabay - Runway FoB AI
Redaktion

In drei Sätzen: Der renommierte österreichische Historiker Oliver Rathkolb analysiert in seinem neuen Buch „Ökonomie der Angst“ die aktuelle gesellschaftliche Verunsicherung durch KI und Globalisierung. Am 21. Februar 2026 warnt er in einem Interview vor gefährlichen Parallelen zur Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Rathkolb plädiert angesichts der Krisen für eine drastisch verstärkte europäische Zusammenarbeit statt eines Rückzugs in nationale Festungsmentalitäten.

Der Auslöser: Anlass ist die Auszeichnung seines Werks als Wissenschaftsbuch des Jahres 2026 sowie sein Antritt als neuer Kolumnist. Rathkolb sieht die Gesellschaft durch die digitale Revolution ähnlich überfordert wie die Menschen im Jahr 1914.

Wer sagt was: Oliver Rathkolb: „Ich habe das Gefühl, dass wir von der digitalen Revolution so überfordert werden, dass die Menschen völlig irrationale falsche Entscheidungen treffen.“

Das Sittenbild: Die Gesellschaft wendet sich von der komplizierten parlamentarischen Demokratie ab und sucht nach „heilbringenden“ radikalen Botschaften. Während Militärbudgets massiv aufgerüstet werden, sinken die Sozialausgaben, was die Instabilität und den Ruf nach autoritären Regimen in ganz Europa weiter befeuert.

Zwischen den Zeilen:

  • Ökonomisch abgehängte Regionen in Europa korrelieren direkt mit der Stärke antiparlamentarischer Parteien.
  • Ein „Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten“ könnte als Kern-Europa die notwendigen technologischen Großprojekte vorantreiben.

Follow the money: Europa droht wirtschaftlich den Anschluss zu verlieren, da unter den 15 bedeutendsten Tech-Unternehmen der Welt die USA dominieren und China rasant aufholt. Investitionen in KI müssen laut Rathkolb transnational gebündelt werden, um gegen diese globalen Größenordnungen bestehen zu können.

Die andere Sicht: Rathkolb betont, dass die USA bei den wichtigsten Tech-Unternehmen weiterhin klar dominieren, China massiv aufholt und Europa global abgemeldet ist. Vor allem bei KI könne Europa nur durch transnationale Zusammenarbeit überleben.

Warum das wichtig ist: Angesichts globaler Trends wie dem Rückgang der Demokratie auf 1985-Niveau und dem Aufstieg „kompetitiver Autoritarismen“, erscheint ein neues autoritäres Zeitalter durchaus möglich.

Quelle: derstandard.at

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