In drei Sätzen: Israel hat am Freitag eine umfangreiche Angriffswelle gegen Infrastruktur in Teheran eingeleitet und gleichzeitig Hezbollah-Kommandozentren im Süden Beiruts bombardiert. Iran reagierte mit der 21. Welle seiner „Operation True Promise 4“, indem die Islamische Revolutionsgarde Kheibar-Raketen und Drohnen auf zentrale Ziele in Tel Aviv abfeuerte. Der Konflikt, der vor einer Woche begann, hat sich regional ausgeweitet und umfasst nun Angriffe auf US-Basen in Katar, Kuwait und Irak sowie Drohnenübergriffe auf Aserbaidschan.
Der Auslöser: Der unmittelbare Anlass für die jüngsten Eskalationen ist die anhaltende siebentägige US-israelische Kampagne gegen iranische Raketen- und Nuklearfähigkeiten, die bereits den Tod des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei forderte. Israel kündigte explizit eine Welle gegen Teheraner Infrastruktur an, während Iran seine Vergeltungsschläge auf Tel Aviv intensivierte. Parallel dazu warnte Hezbollah die israelische Bevölkerung nahe der Grenze vor Konsequenzen.
Wer sagt was:
- „Ich finde es wunderbar, dass sie das wollen, ich wäre voll und ganz dafür“, sagte US-Präsident Donald Trump gegenüber Reuters über die Bereitschaft iranischer Kurden im Irak, Angriffe gegen den Iran zu starten. Trump ergänzte: „Wir werden diese Person zusammen mit dem Iran auswählen müssen. Wir werden diese Person auswählen müssen“ – bezogen auf die Nachfolge des getöteten Obersten Führers.
- US-Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte: „Es gibt keine Ausweitung unserer Ziele. Wir wissen genau, was wir erreichen wollen“, und fügte hinzu: „Unsere Munitionsvorräte sind voll aufgefüllt und unser Wille ist eisern.“
- Irans stellvertretender Außenminister Saeed Khatibzadeh erklärte: „Dies ist ein existentieller Krieg für den Iran, der uns keine andere Wahl lässt, als überall dort zu reagieren, wo amerikanische Angriffe ihren Ursprung haben.“
Das Sittenbild: Der Konflikt hat eine Woche nach Beginn bereits über 1.230 Tote in Iran und 123 in Libanon gefordert, wobei Zivilisten stark betroffen sind. Israel meldet keine eigenen Todesopfer durch Hezbollah-Angriffe. Die Offensive schwächt Teherans regionale Proxy-Netzwerke.
Zwischen den Zeilen:
- Iran hat in der Kriegswoche Ziele in Israel, Golfstaaten, Zypern, Türkei, Aserbaidschan und sogar im Indischen Ozean attackiert.
- Iranische Drohnen trafen eine Oppositionscamp in Irakisch-Kurdistan, während kurdische Milizen mit den USA über Angriffe auf iranische Sicherheitskräfte beraten.
- Aserbaidschan bereitet Vergeltung vor, nachdem vier Menschen durch iranische Drohnen verletzt wurden – Teheran bestreitet die Vorwürfe.
Follow the money: Die Störung von Öl- und LNG-Lieferungen aus der Region hat zu einem Fünftel der globalen Versorgung geführt, was Ölpreise in die Höhe treibt und Wall Street belastet. Asiatische Märkte verzeichnen die stärksten Verluste seit sechs Jahren. Benzinpreise in den USA steigen spürbar, was Trumps politisches Risiko erhöht, da Umfragen geringe öffentliche Unterstützung zeigen.
Die andere Sicht: Iran sieht den Konflikt als „existentiellen Krieg“, der keine andere Wahl lässt, als überall zu kontern, wo US-Angriffe starten. Die Islamische Revolutionsgarde kündigt neue Waffen und Initiativen gegen israelische und US-Stützpunkte an. Aserbaidschan wirft Iran Drohnenangriffe vor, während Teheran dies dementiert und auf seine große aserbaidschanische Minderheit verweist.
Warum das wichtig ist: Der siebentägige Krieg hat bereits Tausende Tote gefordert und die globale Energieversorgung destabilisiert. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.
Quellen:
