In drei Sätzen: Der iranische Botschafter in Österreich, Assadollah Eshragh Jahromi, hat im Interview mit der Kronen Zeitung den Willen Teherans zu einem langen Krieg bekräftigt. Wochen nach den ersten US-israelischen Angriffen auf Teheran am 28. Februar 2026, bei denen der Oberste Führer Ali Khamenei getötet wurde, erklärte er, dass das Regime stabil bleibe. Das Gespräch fand in Wien statt, wo Jahromi auch kleinere Verletzungen des neuen Führers Mojtaba Khamenei einräumte, aber dessen Überleben und Handlungsfähigkeit versicherte.
Der Auslöser: Der aktuelle Anlass ist das exklusive Interview mit Katia Wagner von krone.tv. Darin reagierte der Botschafter auf anhaltende Luftschläge der USA und Israels. Er nutzte die Plattform, um Stärke zu demonstrieren und Verhandlungen nur unter iranischen Bedingungen anzubieten.
Wer sagt was:
- „Dies ist nicht unser Krieg, er wurde uns aufgezwungen. Wir werden uns aber mit allen Mitteln verteidigen“, sagt Jahromi wörtlich.
- Zum neuen Obersten Führer Mojtaba Khamenei erklärte er: „Unser Oberster Führer ist wohlauf. Er ist gesund und leitet das Land.“
- Das Atomprogramm bleibe unantastbar: „Es ist unser Recht, das fortzuführen, und wir werden es auch nicht aufgeben.“
Das Sittenbild: Das Regime präsentiert sich weiter als unerschütterlich, obwohl eine immense Anzahl an hochrangigen Kommandeuren und der alte Führer liquidiert wurden. Die Krone gibt dem Iran eine unkritische Bühne.
Das große Ganze:
- Der Konflikt begann am 28. Februar 2026 mit massiven US-israelischen Luftangriffen, die Teheran und militärische Ziele trafen und Ali Khamenei sowie weitere Spitzenfunktionäre töteten.
- Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie US-Basen und blockiert seither die Straße von Hormus, was die Ölpreise massiv treibt.
- Mittlerweile haben USA und Israel die Lufthoheit erlangt.
- Iranische Gegenangriffe treffen Golfstaaten und Israel, doch die Frequenz sinkt spürbar.
Zwischen den Zeilen:
- Der iranische Sicherheitschef und weitere Beamte wurden bei den ersten Schlägen getötet, doch das System funktioniere angeblich unabhängig von Einzelpersonen.
- Eine Aufgabe des Atomprogramms kommt für Teheran nicht infrage.
- NATO-Staaten, die sich den USA und Israel anschließen, droht der Botschafter mit einem „strategischen Fehler“.
Follow the money: Ein langer Krieg sichert den Hardlinern im Regime weiterhin Milliarden an Einnahmen aus Öl-Schmuggel, Revolutionsgarden-Geschäften und regionalen Proxy-Milizen. Gleichzeitig verursachen die Blockade der Straße von Hormus und die Zerstörung von Infrastruktur enorme Kosten für die Weltwirtschaft, während Teheran Kompensationen für „alle Schäden“ fordert.
Die andere Sicht: US- und israelische Stellen berichten von anhaltenden Präzisionsschlägen, die das iranische Militär und Führungsstrukturen weiter schwächen. Widersprüchliche Meldungen über den Zustand von Mojtaba Khamenei, darunter Verletzungen und mögliche Behandlungsgerüchte, stellen die vom Botschafter behauptete Stabilität infrage. Die dynastische Nachfolge durch Sohn Mojtaba Khamenei signalisiert eher Fragilität als Stabilität im Regime.
Warum das wichtig ist: Boulevard trifft Mullah-PR in Reinkultur, wenn die Krone dem blutigen Regime eine Bühne bietet, während Österreichs Leser über Erpressungsforderungen „informiert“ werden. Es ist vollkommen unverständlich, wie man im Artikel nicht erwähnen kann, was mit den Tausenden Iranern passiert ist, die bei der brutalen Niederschlagung der Proteste nach dem Tod von Mahsa Amini und in den Monaten vor dem Krieg von den Revolutionsgarden massakriert, inhaftiert und gefoltert wurden.
Quellen:
