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Fass ohne Boden > Politik > Mikl-Leitner will mehr Strafen an Schulen
Politik

Mikl-Leitner will mehr Strafen an Schulen

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) fordert im „NÖ-heute“-Sommergespräch, dass Lehrkräfte Strafen gegen integrationsunwillige Eltern verhängen können sollen. Bildungsminister Martin Polaschek unterstützt die Idee, während Lehrer und Experten skeptisch sind.

ÖVP NÖ Obfrau - Johanna Mikl-Leitner - Sepa Media Martin Juen
ÖVP NÖ Obfrau - Johanna Mikl-Leitner - Sepa Media Martin Juen
Redaktion
Redaktion
1. September 2024
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2 Min Read

Strafen für Eltern

Mikl-Leitner hat im „NÖ-heute“-Sommergespräch die Forderung erhoben, dass Lehrer Strafen gegen Eltern verhängen können, die sich nicht ausreichend um die Integration ihrer Kinder kümmern. Sie argumentiert, dass die Entwicklung von Gegengesellschaften in den Schulen zunehme und „Kuschelpädagogik“ nicht weiterhelfe. Sollte diese Strafen nicht bezahlt werden, schlägt Mikl-Leitner vor, Sozialleistungen zu kürzen.

Contents
  • Strafen für Eltern
  • Lehrer sehen administrativen Aufwand
  • Schwierige Umsetzung und rechtliche Hürden
  • Fazit und Ausblick
  • Quelle

Lehrer sehen administrativen Aufwand

Lehrervertreter sind skeptisch. Eva Teimel, stellvertretende Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, betont, dass es nicht die Aufgabe von Lehrern sei, Strafen zu verhängen. Ihrer Ansicht nach würde dies das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern belasten und die Lehrer administrativ überfordern. Pflichtschulgewerkschafter Paul Kimberger und Integrationsforscher Manfred Zentner unterstützen diese Sicht. Zentner betont, dass die Schule zwar ein zentraler Ort der Integration sei, es aber zusätzliche Unterstützung von Sozialarbeitern und außerschulischen Einrichtungen brauche.

Schwierige Umsetzung und rechtliche Hürden

Der Sozialrechtsexperte Wolfgang Mazal weist darauf hin, dass es bereits Mechanismen wie die Schulpflichtverletzung gibt, bei denen Eltern zur Rechenschaft gezogen werden können. Er sieht Potenzial für Erweiterungen, etwa bei unentschuldigtem Fernbleiben von Elternabenden, warnt aber vor direkten Kürzungen von Sozialleistungen. Diese seien rechtlich problematisch und schwer umsetzbar, da es nicht einfach sei, klare Kriterien für Integrationsunwilligkeit festzulegen. Integrationsforscher Zentner sieht in Sprachbarrieren oft den Hauptgrund für die mangelnde Teilnahme von Eltern am Schulleben und hält Verwaltungsstrafen für eine Option, jedoch nicht die Kürzung von Sozialleistungen.

Fazit und Ausblick

Insgesamt stößt Mikl-Leitners Vorschlag, Lehrern die Befugnis zu geben, Strafen gegen integrationsunwillige Eltern zu verhängen, auf breite Kritik. Experten und Lehrer fordern stattdessen mehr Unterstützung durch Schulsozialarbeit und eine Entlastung der Lehrer von administrativen Aufgaben, um das Ziel der Integration besser zu erreichen.

Quelle

ORF NÖ

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