In drei Sätzen: Ungarns Exekutive stoppte einen Geld- und Gold-Transport von der österreichischen Raiffeisen Bank in die Ukraine. Fracht im Wert von 40 Millionen Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilo Gold an Bord sollen sich in den gepanzerten Wagen befinden, die nun von ungarischen Sicherheitsbehörden aufgehalten und nach Budapest dirigiert worden sind. Bei der Polizeiaktion sind auch sieben Mitarbeiter der Sicherheitsfirma festgenommen worden, die das Bargeld und die Goldbarren nach Kiew bringen sollten.
Der Auslöser: Die Sicherstellung eines ukrainischen Geldtransports auf der Fahrt durch Ungarn ist eine weitere Eskalation im Konflikt zwischen der ungarischen Regierung und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj:
- So drohte Viktor Orbán erst vor wenigen Stunden damit, die für die Öl-Versorgung von Ungarns Industrie wichtige Druschba-Pipeline „mit Gewalt zu öffnen“ – obwohl der gesperrte Teil auf ukrainischem Staatsgebiet liegt.
- Darauf folgte die bisher heftigste Aussage von Wolodymyr Selenskyj gegenüber Orbán: Der ukrainische Präsident drohte offen damit, seinen Armee-Spezialeinheiten „die Adresse“ von Orbán zu nennen, damit ihn diese besuchen könnten. Das ist als offene Morddrohung zu werten.
- Nun hat die ungarische Regierung also einen für die Ukraine wichtigen Geld-Transport abgefangen, um den Druck auf Selenskyj zu erhöhen, die Druschba-Öl-Pipeline wieder zu öffnen.
Wer sagt was:
- Der Vorstand der ukrainischen Oschadbank: „Der Transport erfolgte im Rahmen eines internationalen Abkommens mit der Raiffeisen Bank Österreich. Alle Dokumente entsprachen europäischen Zollvorschriften.“
- Andrij Sybiha (Außenminister, Ukraine): „Heute haben ungarische Behörden sieben ukrainische Staatsbürger als Geiseln genommen. Das ist Staatsterrorismus und Erpressung. Wir sprechen hier davon, dass Ungarn Geiseln nimmt und Geld stiehlt.“
Das Sittenbild: Ministerpräsident Viktor Orbán (Fidesz) agiert als Türöffner für russische Interessen in der EU. Er blockiert seit Wochen einen EU-Milliardenkredit für Kiew. Die Raiffeisen Bank Österreich dient offenbar als Helfer für das weitere Funktionieren der Finanzströme an die Ukraine. Brisant: Das neutrale Österreich kann so in einen fremden Konflikt hineingezogen werden.
Zwischen den Zeilen:
- Selenskyj drohte zuvor Ungarns Ministerpräsident: Er nennt Orbáns Adresse für Spezialeinheiten.
- Der Transport umfasste 75 Millionen Euro: 40 Millionen US-Dollar und neun Kilogramm Gold.
- Oschadbank informierte bereits das ukrainische Außenministerium.
- Der Streit um die Druschba-Pipeline eskaliert: Die Versorgung mit russischem Öl für ungarische und slowakische Raffinerien stockt seit Januar 2026.
- Orbán drohte ebenfalls: „Wir brechen die ukrainische Öl-Blockade mit Gewalt.“
Follow the money: 75 Millionen Euro direkt aus Wien. Die Raiffeisen Bank hat dazu vermutlich einen gewissen Erklärungsbedarf. Schon jetzt pumpte die österreichische Bundesregierung 3,2 Milliarden Euro Steuergeld in die ukrainische Regierung. Für ihre Unterstützung Kiews erhielt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger auch einen ukrainischen Verdienstorden (II. Klasse).
Warum das wichtig ist: Während Österreichs Bevölkerung weiterhin klar für den Erhalt der strikten Neutralität ist, laufen Geldtransporte an die Ukraine über eine österreichische Bank nach Kiew. Der Konflikt zwischen Ungarn und der Ukraine könnte sich zu einem weiteren, auch für Österreich gefährlichen Kriegsschauplatz entwickeln.
Quellen:
