Pleitegeier im Nacken: Staatsschulden betragen 383 Milliarden Euro

Die Staatsschulden Österreichs erreichten im ersten Quartal 2024 einen neuen Höchststand von 383,2 Milliarden Euro. Das bedeutet einen Anstieg um 12,1 Milliarden Euro seit Ende 2023, wie die Statistik Austria mitteilte. Die Schuldenquote stieg auf 79,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und entfernte sich damit weiter von der Maastricht-Vorgabe von maximal 60 Prozent.

Werner Kogler - Karl Nehammer - SEPA Media - Martin Juen
Redaktion

Der Großteil des Anstiegs entfiel auf den Bundessektor, der 11,6 Milliarden Euro an neuen Verbindlichkeiten aufnahm. Auch der Gemeinde- und Sozialversicherungssektor verzeichnete einen leichten Schuldenanstieg. Im Gegensatz dazu konnte der Landesektor seine Schulden leicht reduzieren. Insgesamt wurden 339,6 Milliarden Euro in Anleihen, 41,7 Milliarden Euro in Kredite und 1,9 Milliarden Euro in Einlagen investiert.

Defizit unglaublich hoch

Das öffentliche Defizit im ersten Quartal 2024 belief sich auf 6,4 Milliarden Euro, was 5,3 Prozent des vierteljährlichen BIP entspricht. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag das Defizit bei 5 Milliarden Euro oder 4,3 Prozent des vierteljährlichen BIP. Der Anstieg des Defizits wird vor allem auf die Bemühungen zur Deckung des Haushaltsdefizits und Sicherstellung der Liquidität zurückgeführt. Ein Sprecher der Statistik Austria erklärte: „Die aufgenommenen Mittel waren notwendig, um das Defizit zu decken und die Liquidität zu sichern.“

Kritik an  Verschuldung

Die stark gestiegenen Staatsschulden stoßen auf Kritik. Viele Experten und Politiker warnen vor den langfristigen Konsequenzen dieser Verschuldungspolitik. Kritiker argumentieren, dass die wachsende Schuldenlast zukünftige Generationen belasten und den finanziellen Handlungsspielraum des Staates einschränken wird.

Fazit

Die neuen Zahlen der Statistik Austria zeigen eine besorgniserregende Entwicklung der Staatsschulden und des öffentlichen Defizits in Österreich. Die Überschreitung der Maastricht-Vorgaben und die anhaltende Neuverschuldung werfen Fragen zur langfristigen Finanzstrategie des Landes auf.

Quelle

apa.at

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