In drei Sätzen: Hannah Liko, die Leiterin der Sektion II, politische Angelegenheiten, flog für ein einziges Treffen mit Ian Madeleine, dem Außenamts-Staatssekretär der Seychellen, 7000 Kilometer nach Mahé, in die Hauptstadt des Inselstaats. Die Beamtin von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) wollte auch im 110.000 Einwohner zählenden Urlaubsparadies für eine Stimme für Österreich im UN-Sicherheitsrat werben, berichtet die Regierung der Seychellen. Außerdem sei auch über die Diaspora der Seychellois in Österreich gesprochen worden, berichtet die Regierung der Seychellen über den Besuch der österreichischen „Vize-Außenministerin“ (es sollen bei uns etwa 50 Inselbewohner leben).

Der Auslöser: Österreich bewirbt sich derzeit um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat für die Amtsperiode 2027 bis 2028. Die Wahl findet im Juni 2026 in New York statt. Es wäre bereits die vierte Amtszeit Österreichs nach 1973/74, 1991/92 und 2009/10. Die Kosten für die Bewerbungskampagne betragen 20 Millionen Euro (je 10 Millionen Euro für 2025 und 2026). Darin enthalten sind auch diplomatische Aktivitäten und Werbemaßnahmen. Trotz Sparpaket hält die Regierung an diesem Budget fest.
Zwischen den Zeilen:
– Die Top-Beamtin von Meinl-Reisinger jettet 7000 Kilometer auf die Seychellen, um lediglich ein kurzes Gespräch mit dem Staatsekretär für Auswärtige Angelegenheiten und die Diaspora des Inselstaats zu führen.
– Bei dem 7000-Kilometer-Trip werden 9000 Kilo Kerosin verbraucht.
– Ein Flug auf die Seychellen kostet mindestens 750 Euro, in der Business-Class ab 2800 Euro:
– Über die Kosten und die Dauer des Aufenthalts wollte das Außenministerium telefonisch keine Auskunft geben – eine schriftliche Anfragebeantwortung steht noch aus.
– Österreichs Außenministerium hat auf seiner Homepage über diese Reise der Sektionschefin nicht groß berichtet, obwohl sonst jeder Nizza- oder Turkmenistan-Trip von Deregulierungs-Staatssekretär Sepp Schellhorn eine Pressemeldung wert ist.
Das Sittenbild: Während uns Österreichern Regierungsmitglieder raten, aufgrund der hohen Kosten die Heizung zurückzudrehen sowie „ein Jackerl anzuziehen“, und während der Finanzminister mit neuen Steuer-Ideen das gewaltige Budgetloch stopfen will, fliegt die „Vize-Außenministerin“ (so schreibt das wörtlich die Regierung der Seychellen) 7000 Kilometer in ein Insel-Paradies. Botschafterin Hannah Liko liefert dann aber nur ein Handshake-Foto mit einem Staatssekretär der Seychellen – eine Videokonferenz wäre wohl günstiger gewesen.

Das große Ganze: Die ÖVP-SPÖ-NEOS-Bundesregierung spricht immer wieder vom „Sparen im System“ – aber verhöhnt weiterhin alle österreichischen Steuerzahler.
Ein charakterlich bedenkliches Dienstwagen-Upgrade des Einsparungsstaatssekretärs, dann auf Social-Media-Plattformen viel kritisierte Reisen von Sepp Schellhorn nach Turkmenistan und Nizza, dazu noch ein Gold-Kleid-Auftritt von Beate Meinl-Reisinger in Ägypten, vier Besuche mit Geld-Zusagen in der Ukraine, und auch eine Überweisung von 19,3 Millionen Euro Steuergeld von Wien an die syrische Regierung, die von einem Ex-Terroristen dirigiert wird – alles in nur einem Jahr.
Es ist einfach zu viel passiert: Immer mehr Österreicher sehnen sich nach einer Neuwahl und nach einer anderen Regierung.
Link:
Website des Außenamts-Staatssekretärs der Seychellen
