In drei Sätzen: Die gnadenlose Teuerung frisst die Budgets der Haushalte und nun auch die Teller der Schwächsten auf. Unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit exekutiert die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) ein Sittenbild der sozialen Kälte an kranken Bürgern. Während in Österreich Milliarden in die Ukraine fließen, müssen Vorarlbergs Patienten für einen Schluck Milch oder ein Dessert künftig extra betteln.
Der Auslöser: Die KHBG muss zwölf Millionen Euro einsparen und kürzt dafür radikal bei der Grundverpflegung von Patienten und Personal. Geschäftsführer Gerald Fleisch öffnet damit die Tür für eine Zweiklassenmedizin bei der täglichen Ernährung.
Wer sagt was: Gerald Fleisch (Geschäftsführer, KHBG) rechtfertigt die Kürzungen: „Jeder Euro, den wir einsparen ist ein gut gesparter Euro“. Er behauptet, man wolle lediglich Abfall vermeiden und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln fördern. Thomas Steurer (Zentralbetriebsrat, Fraktion unbekannt) kontert scharf: „Es werde an der falschen Stelle gespart“‚. Die Realität der Bürger ist jedoch von explodierenden Lebenshaltungskosten geprägt, während das Spital nun sogar das Kernöl streicht.
Das Sittenbild: Dieses Systemversagen zeigt die tiefe Diskrepanz zwischen dem Management-Narrativ und der harten Lebensrealität an der Basis. Die Elite im Glashaus kürzt einfach beim Patienten.
Zwischen den Zeilen:
- Patienten erhalten ein Drittel weniger Suppenbrühe pro Mahlzeit.
- Kaffeemilch gibt es nur noch in Plastikportionen statt im nachhaltigen Kännchen.
- Das Personal darf nicht mehr am Business Run teilnehmen.
Follow the money: Allein die Streichung von Kernöl und Parmesan spart lächerliche 200.000 Euro ein. Im Gegenzug werden die Bürger durch erhöhte Parktarife mit zusätzlich 700.000 Euro pro Jahr belastet. Diese Umverteilung von unten nach oben zementiert die Budgetkrise auf dem Rücken der Beitragszahler.
Die andere Sicht: Die KHBG stellt die Maßnahmen als Beitrag zur Wirtschaftlichkeit und notwendige Anpassung an die aktuelle Finanzlage dar. Diese subjektive Wahrnehmung zerfällt jedoch sofort beim Blick auf die gleichzeitige Gebührenerhöhung für Parkplätze um bis zu 40 Prozent.
Warum das wichtig ist: Die Würde der Patienten und die Wertschätzung des Personals opfert man hier einer kalten Zahlenlogik. In Zeiten massiver Teuerung ist dieser Raubbau an der Grundversorgung ein Angriff auf die soziale Souveränität Österreichs.
Quelle: vorarlberg.orf.at
