In drei Sätzen: Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat am 3. April 2026 die schriftliche Anfrage der Grünen-Abgeordneten Elisabeth Götze beantwortet. Das Dokument enthüllt exakte Personalzahlen und Januar-Kosten seines Kabinetts für die Stichtage 2008, 2013, 2017, 2019, 2024 und 2026. Trotz angekündigter Einsparungen von 150 Millionen Euro im Ministerium bleibt das Team mit 20,875 Vollbeschäftigtenäquivalenten plus einer Arbeitskraftüberlassung und 183.728,49 Euro Monatskosten im Jänner 2026 bestehen.
Der Auslöser: Die Grünen hatten am 6. Februar 2026 nach der Größe des Wirtschaftsminister-Kabinetts gefragt. Hattmannsdorfer liefert nun detaillierte Zahlen, verweist aber bei Vergleichbarkeit auf zahlreiche Novellen des Bundesministeriengesetzes.
Wer sagt was:
- „Eingangs wird angemerkt, dass es durch die zahlreichen Novellen des Bundesministeriengesetzes 1986 zwischen den anfragegegenständlichen Stichtagen zu teils erheblichen Veränderungen in der Zusammensetzung der Zuständigkeitsbereiche des Wirtschaftsministeriums gekommen ist, weshalb eine seriöse Vergleichbarkeit der Größe der jeweiligen Kabinette nicht gegeben ist“, schreibt der Minister wörtlich.
Das Sittenbild: Aktuell beschäftigt das Kabinett 20,875 Vollbeschäftigtenäquivalente plus eine Arbeitskräfteüberlassung (= AKÜ), insgesamt 22 Personen. Davon sind 4,875 plus eine AKÜ reine Kanzlei-, Sekretariats- und Hilfskräfte. Die Januar-Gesamtkosten liegen bei 183.728,49 Euro, davon 36.435,28 Euro allein für die Hilfskräfte. Historisch schwankt die Zahl zwischen 8,875 und 19 Vollbeschäftigtenäquivalenten, oft ergänzt durch viele AKÜ-Kräfte.
Das große Ganze:
- Österreichs Ministerkabinette stehen seit Jahren im Rechnungshof-Kritikfeuer: Gesamtkosten aller Kabinettsmitarbeiter lagen 2025 bei rund 3,2 Millionen Euro pro Monat.
- Die Opposition (Grüne, teilweise FPÖ) attackiert regelmäßig „XXL-Regierungen“ und Postenschacher, besonders bei ÖVP-geführten Ressorts.
- Hattmannsdorfer, seit April 2025 im Amt und zuvor Generalsekretär der Wirtschaftskammer, führt das BMWET mitten im großen Sparpaket der Bundesregierung. Die häufigen Ministeriumsumbauten dienen der Regierung als Ausrede für fehlende Vergleichbarkeit, während AKÜ-Konstruktionen offizielle Kopfzahlen elegant umgehen.
Zwischen den Zeilen:
- Im Jänner 2026 entfallen auf Support-Kräfte rund 20 Prozent der Kosten bei 27 Prozent der Personen.
- 2013 waren 19 AKÜ-Kräfte im Einsatz – fast doppelt so viele wie direkte VBÄ. 2017 kamen 14 AKÜ-Kräfte auf nur 8,875 VBÄ hinzu.
- In manchen Jahren liegen nur Teil-Daten für den „Wirtschaftsbereich“ vor, weil das Ministerium mehrfach zerlegt und neu zusammengesetzt wurde.
- Pro-Kopf-Kosten 2026 liegen bei rund 8.350 Euro brutto im Monat.
- Nach Ende der Legislaturperiode gibt es laut Minister „keine Pläne“ für eine Weiterverwendung der aktuellen Kabinettsleute.
Follow the money: Allein das Kabinett des Wirtschaftsministers verschlingt im Jänner 2026 183.728,49 Euro. Hochgerechnet ergibt das über zwei Millionen Euro pro Jahr für rund 22 Personen. Die 150 Millionen Euro Einsparungen im gesamten Ministerium werden in der Antwort nicht aufgeschlüsselt, sondern auf Anfrage 4161/J verwiesen.
Die andere Sicht: Der Minister betont die erschwerten Vergleiche durch Ministeriumsumstrukturierungen. Er liefert dennoch transparente Zahlen und Kosten.
Warum das wichtig ist: Zwar soll gespart werden, aber dann doch lieber wo anders. Während die Regierung landesweit spart, bleibt der politische Apparat im Ministerium unverändert teuer und groß. Die Optik ist fatal. Es hat sich ausgestockert.
Quellen:
