In drei Sätzen: Hannah Liko, politische Direktorin im Außenministerium und ehemalige Kabinettschefin, reiste Ende März 2026 für ein Treffen auf die Seychellen. Dort präsentierte die Regierung des Inselstaats die österreichische Beamtin auf ihrer offiziellen Website als „Vice-Minister for Political Affairs“. Das Treffen fand am 26. März in Mahé statt, 7000 Kilometer entfernt von Wien, und das Außenministerium schweigt seit Tagen zu dieser Titelverwendung.
Der Auslöser: FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz übte scharfe Kritik an diesem Vorfall im NEOS-geführten Außenministerium. Er sprach von Titelerschleichung und Anmaßung, da Österreich keine Vize-Ministerin hat. Die falsche Bezeichnung steht seit mehreren Tagen auf der Website der Seychellen-Regierung und wurde bislang nicht korrigiert. Schnedlitz forderte eine sofortige Klarstellung.
Wer sagt was:
- „In Österreich gibt es keine Vize-Ministerin. Das weiß jeder Staatsbürger, und das sollte erst recht das Außenministerium unter NEOS-Chefin Meinl-Reisinger wissen“, sagte Schnedlitz.
- Er ergänzte: „Dass eine Sektionschefin 7000 Kilometer weit in ein Tropenparadies jettet und dort als Mitglied der Bundesregierung wahrgenommen wird, ist eine Anmaßung sondergleichen und eine völlige Karikatur der österreichischen Außenpolitik unter einer offensichtlich komplett überforderten Beate Meinl-Reisinger.“
- Weiter kritisierte er: „Teure Flüge auf die Trauminseln – für ein Handshake-Foto. Inhaltlich hätte man das mit Sicherheit per Videocall erledigen können.“
Das ist Steuergeld-Tourismus im Tropenparadies auf Kosten der Bevölkerung!
Michael Schnedlitz, FPÖ-Generalsekretär
Das Sittenbild: Eine hochrangige Beamtin fliegt in ein Urlaubsparadies, während die Regierung den Bürgern Sparmaßnahmen abverlangt. Das Bild einer abgehobenen Politik entsteht, bei der diplomatische Handshakes teure Reisen rechtfertigen.
Das große Ganze: Österreich bewirbt sich um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat für 2027/2028. Die Kampagne kostet rund 20 Millionen Euro. Solche Reisen sollen Unterstützung sichern, doch sie wirken inmitten von Sparpaketen widersprüchlich.
Zwischen den Zeilen:
- Hannah Liko traf als „Vice-Minister“ mit Principal Secretary Ian Madeleine zusammen und sprach über SIDS-Unterstützung, UN-Sicherheitsrat-Bewerbung und bilaterale Themen.
- Das Außenministerium gab auf Anfrage keine Auskunft zu Kosten und Aufenthaltsdauer.
- Auf der österreichischen Ministeriumsseite fand der Besuch keine große Erwähnung.
- Die Seychellen haben rund 110.000 Einwohner und etwa 50 Seychellois leben in Österreich.
Follow the money: Die Bewerbung um den UN-Sicherheitsrat-Sitz verschlingt insgesamt 20 Millionen Euro in zwei Jahren. Einzelne Reisen wie dieser Seychellen-Trip kommen hinzu, ohne dass genaue Spesen offengelegt wurden. Flugkosten für die Strecke liegen bei mindestens 750 Euro pro Person, in Business-Class deutlich höher.
Die andere Sicht: Das Außenministerium hat sich bislang nicht geäußert und keine Korrektur der Titelverwendung veranlasst. Die offizielle seychellische Darstellung bleibt unverändert online. Bis dato gibt es keine Stellungnahme von Beate Meinl-Reisinger oder Hannah Liko.
Warum das wichtig ist: Solche Vorfälle nähren den Eindruck von peinlicher Abgehobenheit. Am Ende bleibt der Steuerzahler mit den Rechnungen sitzen, während die Verantwortlichen eisern schweigen. Typisch für eine Regierung, die den Bürgern Sparen predigt und selbst Luxus im Tropenparadies praktiziert. Wenn man so will, hat es sich diesmal nicht ausgestockert – es hat sich ausgemeinl-reisingert.
Quellen:
