Erdäpfel-PR als Armutsbeweis

Kartoffelpreise als soziale Rettung beweisen Österreichs bitteren wirtschaftlichen Abstieg.

Redaktion
Sujetbild Kartoffeln - PublicDomainPictures - Pixabay

Österreich ist in einer Realität angekommen, die man früher für Satire gehalten hätte. Ein Discounter feiert die Preissenkung von Erdäpfeln wie einen Lottogewinn für das Volk, weil die Bürger sich das Leben sonst kaum noch leisten können. Diese Groteske zeigt den wahren Zustand der Nation besser als jede geschönte Statistik des Finanzministeriums. Wir sind an dem Punkt, wo das nackte Überleben als „Preisoffensive“ vermarktet wird.

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Der Auslöser: Lidl Österreich verschickte eine Presseaussendung, in der eine dauerhafte Preissenkung auf heimische Kartoffeln um bis zu 12 Prozent verkündet wird.

Was sie sagen: Der Konzern spricht von einer „Preisoffensive“ und verkauft den Rabatt als „echte Entlastung für die österreichischen Haushalte“. Man wolle die Kunden entlasten und gleichzeitig die „hohen Erntemengen“ vermarkten.

Das Sittenbild: Diese PR-Strategie ist der ultimative Beweis für den österreichischen Abstieg. In einem wohlhabenden Land wäre eine Kartoffel-Preissenkung eine Randnotiz im Flugblatt, keine nationale Pressemeldung. Dass Marketing-Abteilungen nun „Entlastung“ bei der simpelsten Sättigungsbeilage der Welt versprechen müssen, ist surreal. Es entlarvt das Versagen der Regierung, die den Mittelstand so weit ausgequetscht hat, dass der Preis für Erdäpfel politisch relevant wird.

Zwischen den Zeilen: Die Aussendung verkauft logistische Not als soziale Wohltat.

  • Lagerdruck statt Nächstenliebe: Die „hohen Erntemengen“ sind ein finanzielles Risiko, keine milde Gabe. Lidl muss die massiven „Lagerbestände“ aggressiv abstoßen, bevor die Ware verdirbt und abgeschrieben werden muss.
  • Dystopisches Framing: Begriffe wie „Preisoffensive“ für ein Agrarprodukt, das historisch als Arme-Leute-Essen gilt, wirken in einem modernen Industriestaat wie Hohn.
  • Die nackte Angst: Unternehmen spüren, dass die Kunden jeden Cent zweimal umdrehen, und richten ihre PR nun auf das absolute Existenzminimum aus.

Follow the money: Die gefeierte Ersparnis ist ein Witz. Der Preis für zwei Kilo sinkt von 1,99 Euro auf 1,79 Euro, sprich 10 Cent am Kilo der Erdäpfel.

Was bleibt über: Ein Land, das Kartoffel-Rabatte als Erfolgsmeldung braucht, hat fertig. Wir jubeln nicht mehr über Aufstieg, sondern darüber, dass das Erdäpfelpüree billiger wird.

Warum das wichtig ist: Diese Meldung ist ein Indikator für die Verarmung der Gesellschaft. Wenn Grundnahrungsmittel zum Gegenstand aggressiver PR-Kampagnen werden, ist die Kaufkraft am Boden. Das ist kein Marketing-Gag, das ist der wirtschaftliche Offenbarungseid einer Nation, die von ihrer Regierung im Stich gelassen wurde.

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