In drei Sätzen: Während USA und Israel im Iran historische Fakten schaffen, verliert sich Gerhard Karners Innenministerium in Wien in der krampfhaften Aufbereitung einer ohnehin fälligen Anzeigenstatistik. Anstatt staatsmännisches Format zu beweisen, liefert Innenminister Karner Zahlen zu rechtsextremen Tathandlungen, um Handlungsfähigkeit vorzugaukeln. Dieser kommunikative Offenbarungseid zeigt die Schwäche des Bundesregierung.
Der Auslöser: Das BMI nutzt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage als Vorwand für eine groß aufgezogene Inszenierung der Bilanz 2025. Es ist der verzweifelte Versuch, administrative Routine in eine politisch relevante Nachricht umzubiegen, während die Weltöffentlichkeit völlig andere Prioritäten setzt.
Wer sagt was: Völlig losgelöst von der globalen Realität lässt sich Gerhard Karner zitieren: „Der Verfassungsschutz geht konsequent gegen jede Form von Extremismus vor. Entscheidend sind dabei neben der ausgezeichneten internationalen Vernetzung vor allem auch die hohe Professionalität und das Engagement der Ermittler“.
Das Sittenbild: Die Inkompetenz des Ministeriums zeigt sich im Timing: Über Rechtsextremismus zu dozieren, während die Welt brennt, wirkt wie eine bewusste Themenverfehlung. Würde man echte Symbolik suchen, böte sich der 20. April an.
Zwischen den Zeilen:
- Die Zahl der Tathandlungen ist seit 2020 von 895 auf 1.986 Fälle regelrecht explodiert.
- Trotz 277 Hausdurchsuchungen und 75 Festnahmen bekommt das Karner-Ressort die Lage offensichtlich nicht in den Griff.
- 81 Prozent der Tatverdächtigen sind österreichische Staatsbürger, was die Wirksamkeit der bisherigen Prävention ad absurdum führt.
- In Wien wurden mit 485 Delikten die meisten Straftaten verzeichnet, was das Versagen der Sicherheitsstrategie in der Hauptstadt unterstreicht.
Follow the money: Die finanzielle Größenordnung dieser Inszenierung manifestiert sich im neu gestarteten „Nationalen Aktionsplan“, der zusätzliche Steuergelder in die bürokratische Vernetzung von drei Ministerien und den Bundesländern pumpt.
Die andere Sicht: Man muss nüchtern feststellen, dass hier lediglich polizeiliche Anzeigen aufgebläht werden. Da viele dieser Anzeigen niemals zu einer Verurteilung führen – etwa bei Unbekannten oder Strafunmündigen – bleibt die präsentierte Bilanz eine reine Luftnummer für die Galerie.
Warum das wichtig ist: Diese PR-Aktion ist ein Paradebeispiel für einen kapitalen Kommunikations-Fail eines Ministeriums, das nur noch auf Show fixiert ist. Wenn die strategische Führung eines Landes Weltereignisse ignoriert, um statistisches Kleingeld zu wechseln, ist der Tiefpunkt der politischen Professionalität erreicht.
Quelle: ots.at
