Auf einen Blick: Das ÖGK-Stellenplanmonitoring liefert die perfekte Ausrede für politisches Versagen. Trotz einer offiziellen Besetzungsquote von über 97 Prozent klagen Patienten über endlose Wartezeiten und Aufnahmestopps. Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) verkauft statistische Papierwerte als Versorgungssicherheit, während ganze Fachbereiche und Regionen unter massivem Personalmangel leiden.
Die statistische Nebelgranate
Worum es geht: Von den rund 10.300 Planstellen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) sind laut Stand vom 1. August fast alle besetzt. Doch die Zahlen verschleiern die Realität in den Wartezimmern. In der Zahnmedizin klafft eine Lücke von 9 Prozent, 242 Stellen sind unbesetzt. Besonders zynisch wirkt die Quote im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Hier wird ein Besetzungsgrad von 96 Prozent gemeldet.
Regionale Defizite und Facharztlücken
Hinter den vermeintlich glänzenden 97 Prozent Besetzungsgrad verstecken sich gravierende Lücken, die besonders ländliche Regionen und bestimmte Fachdisziplinen hart treffen. Wer im Burgenland einen Kassen-Allgemeinmediziner sucht, blickt ins Leere, denn hier fehlen prozentual die meisten Hausärzte. Bei den Fachärzten führt Tirol mit 6,5 Prozent offenen Stellen die Negativliste an.
- Zahnmedizin: Der Besetzungsgrad liegt bei rund 91 Prozent, während 242 Planstellen unbesetzt sind.
- Kieferorthopädie: Hier schrumpft der Besetzungsgrad auf besorgniserregende 90 Prozent.
- Haut- und Geschlechtskrankheiten: Patienten kämpfen mit einem Besetzungsgrad von nur 91 Prozent.
- Kinder- und Jugendpsychiatrie: Das viel diskutierte Mangelfach glänzt formal mit 96 Prozent Besetzungsgrad, was jedoch rein an der winzigen Bundessumme von gerade einmal 53,5 Planstellen liegt.
Politische Pflaster statt echter Reformen
Zwischen den Zeilen: Um dem Kollaps entgegenzuwirken, greift das Ministerium tief in die Trickkiste bürokratischer Geldverbrennung. Als Hebel für den ländlichen Raum preist Schumann den Ausbau der Primärversorgung an.
- Flankiert wird dies von 100 zusätzlichen, bundesfinanzierten Vertragsstellen in acht Fachgebieten sowie einem Startbonus von bis zu 100.000 Euro für schwer besetzbare Planstellen in den Jahren 2023 und 2024.
- Gekrönt wird das finanzielle Gießkannenprinzip durch den Gesundheitsreformfonds für die Jahre 2026 bis 2030, der jährlich über 300 Millionen Euro ausschüttet – wovon stolze 182 Millionen Euro direkt in Primärversorgungszentren und geplante Vergemeinschaftungsformen fließen.
Warum das wichtig ist: Wenn die Politik Millionenbeträge in bürokratische Konstrukte pumpt, aber die echten Ursachen der Abwanderung ignoriert, bleibt die medizinische Grundversorgung eine Farce für den Bürger.
Papier ist geduldig, die Wartelisten sind es nicht.
Frank sagt:
Quelle: vienna.at

