In drei Sätzen: Eine 73-jährige Pensionistin wird in der Steiermark mit Vignetten-Strafen überzogen, obwohl sie glaubte, diese über ein Zeitschriften-Abo bezahlt und aktiviert zu haben. Während die ASFINAG stur auf ihre Systeme verweist, wird eine Bürgerin wegen eines mutmaßlichen Klickfehlers mit über 1200 Euro zur Kasse gebeten.
Der Auslöser: Frau Rygol bezahlt im Jänner ihr Abo plus Vignette, das Geld wird abgebucht. Monate später kommen Strafen, weil der Gutschein-Code laut ASFINAG erst im Oktober aktiviert wurde.
Wer sagt was:
- Annette Rygol, Betroffene: „Ich bin doch nicht so blöd, dass ich ein halbes Jahr ohne Vignette fahre“ (Ich habe bezahlt, das System ist schuld, nicht ich).
- ASFINAG: „Es tut uns leid, aber wir haben keine Möglichkeit, bei laufenden Verwaltungsverfahren einzugreifen.“
Das Sittenbild: Das staatkliche Unternehmen ASFINAG demonstriert, wie wenig der einzelne Bürger zählt. Ein potenzieller Systemfehler wird ohne Prüfung zur Schuldenfalle für den Endkunden gemacht.
Die 18-tägige „Konsumentenschutzfrist“ ist eine Farce, die mehr Verwirrung stiftet als schützt. Sie schafft eine künstliche Hürde, die offensichtlich zu teuren Missverständnissen führt, während der Kauf am Schalter sofort gilt.
Zwischen den Zeilen: Die ASFINAG behauptet, ihr seien die Hände gebunden. In Wahrheit ist es die gewollte Ignoranz eines Systems, dem Kulanz und Logik fremd sind. Ein Bankbeleg ist weniger wert als ein fehlender Eintrag in ihrer Datenbank.
Follow the money: Eine Pensionistin soll über 1200 Euro Strafe zahlen, weil ein digitaler Prozess nicht so funktionierte, wie er sollte.
Go Deeper: Die ASFINAG ist zu 100% im Besitz der Republik Österreich und agiert wie ein gewinnorientiertes Unternehmen. Ihre Einnahmen landen im Straßenbau, nicht in der Kulanzkasse für Bürger.
Warum das wichtig ist: Der Fall zeigt die Ohnmacht des Bürgers gegenüber einer digitalen Bürokratie, die keine Fehler bei sich selbst sucht. Die Kosten für Systemversagen trägt die Einzelperson, während das Unternehmen jede Verantwortung von sich weist.
Quelle: krone.at
