In drei Sätzen: Ich habe auf X den Begriff „abstockern“ als neues Synonym für verlieren vorgeschlagen. Die ÖVP unter Kanzler Christian Stocker stürzt in der neuesten Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft auf nur 18 Prozent ab und liegt damit hinter der SPÖ sowie weit hinter der FPÖ. Das passiert in Österreich mitten in einer anhaltenden Wirtschaftskrise und wachsender Koalitionsunzufriedenheit.
Der Auslöser: Der aktuelle Anlass war für mich die neueste Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft aus Ende März. Die ÖVP hat dort massiv an Zuspruch verloren. Deshalb habe ich den Vorgang mit dem Ausdruck „abstockern“ kommentiert.
Wer sagt was:
- FoB-Herausgeber Alexander Surowiec auf X: „Ein Synonym für verlieren: abstockern.“
- Kanzler Christian Stocker gibt sich weiterhin optimistisch und sagt: „Wir haben in der Bundesregierung immer ambitionierte Ziele. Es hat uns vor einem Jahr niemand geglaubt, dass wir das Doppelbudget zustande bringen. Wir haben bewiesen, dass wir das, was wir sagen, auch tatsächlich tun und dass dort, wo wir Verantwortung tragen, die Ergebnisse stimmen.“
Das Sittenbild: Die ÖVP befindet sich aus meiner Sicht im freien Fall. Von 48 Prozent unter Sebastian Kurz sind nur noch 18 Prozent übrig geblieben. Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS kommt zusammen nur auf 45 Prozent, während die FPÖ stabil bei 36 Prozent liegt.
Das große Ganze: Dieser Absturz passt für mich in eine längere Phase der tiefen Vertrauenskrise der etablierten Parteien. Globale Unsicherheiten und vor allem die steigenden Energiepreise spielen der FPÖ voll in die Karten. Die Regierungsparteien zusammen erreichen nur noch 45 Prozent.
Zwischen den Zeilen:
- Ein User schreibt „Genial. Den Ausdruck muß ich mir merken“.
- Ein weiterer Kommentar lautet „Echt genial“.
- Satiriker prognostizieren „Das wird noch viel populärer werden, leider“.
- Ein anderer Nutzer ergänzt „Und werden leider weiter abstockern“.
Follow the money: Hohe Dieselpreise über 2,20 Euro belasten Haushalte und Wirtschaft massiv. Die Ablehnung von Gesprächen über russische Energieimporte treibt die Kosten weiter nach oben. Neue Steuerforderungen aus der Regierung machen die Lage für die Bürger noch unangenehmer.
Die andere Sicht: Stocker und die ÖVP sehen sich selbst als stabil und verlässlich. Sie verweisen auf das zustande gebrachte Doppelbudget. Selbstkritik sucht man bei den Verantwortlichen vergeblich.
Warum das wichtig ist: Das neue Wort „abstockern“ bringt die Misere der ÖVP auf den Punkt. Am Ende stockert nicht nur die Volkspartei aus, sondern vor allem das Vertrauen der Bürger in die gesamte Bundesregierung. Die Regierung stockert ab.
Quellen:
