In drei Sätzen: Peter Gnaiger war über 15 Jahre Mitglied einer Freimaurerloge in Salzburg und erreichte dort hohe Grade. Der Journalist der Salzburger Nachrichten hat sich nun vom Geheimbund distanziert und kündigt sein Buch „Brothers in Arms“ an. Zusammen mit den Investigativjournalisten des Dunkelkammer-Podcasts beleuchtet er darin die Interna des Bundes.

Der Auslöser: Die Ankündigung auf Instagram und die beiden Dunkelkammer-Episoden haben für Aufsehen gesorgt. Gnaiger berichtet dort aus erster Hand über seine Zeit in der Salzburger Loge Archimedes. Er verließ den Bund im Unfrieden nach einem internen Vereinsverfahren.
Wer sagt was:
- „In meinem neuen Buch ‚Brothers in Arms‘ erfahrt ihr, wie Frauenfeindlichkeit im Bund der Freimaurerei System hat“, teilt Gnaiger mit.
- Im Podcast betont er, dass Frauen „immer noch verboten“ seien. Er beschreibt außerdem seine Karriere in der Loge und den Austritt wegen moralischer Bedenken.
Das Sittenbild: Der Geheimbund in Österreich bleibt eine reine Männerdomäne mit strengen Hierarchien und Ritualen.
Das große Ganze: Fass ohne Boden berichtet seit Jahren über den Einfluss der Freimaurer in österreichischer Politik und Wirtschaft. Exklusive Dokumente zeigen massive Aktivität in Wien mit dutzenden Logen, die regelmäßig zu rituellen Arbeiten, Beförderungen und exklusiven Essen zusammenkommen. Logen wie Marc Aurel stehen dabei besonders im Fokus von Netzwerkrecherchen.
Zwischen den Zeilen:
- Peter Gnaiger trat 2009 in die Loge ein und stieg bis zum Hochgrad auf.
- Er erhielt nach einem „Regelverstoß“ ein einjähriges Besuchsverbot für alle österreichischen Logen.
- Der Ausstieg erfolgte danach aus moralischen Gründen.
- Das Buch entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Investigativjournalisten von „Die Dunkelkammer„.
- Gnaiger war bereits 2005 Co-Autor eines Buches über Geheimbünde in Österreich.
- In Wien existieren über 30 aktive Logen mit straffem Terminkalender, darunter Marc Aurel, die parallel tagen.
Follow the money: Freimaurer-Netzwerke ermöglichen Geschäftsbeziehungen unter Brüdern, nur darüber spricht man sehr ungerne. In Wien teilen Logenmitglieder laut Recherchen Aufträge und Einflussbereiche untereinander auf.
Die andere Sicht: Die Freimaurer betonen respektvolle Diskussion und menschliche Werte. Sie lehnen Vorwürfe ab und verweisen auf offene Gespräche innerhalb der Logen. Transparenzfragen beantworten sie jedoch oft nur knapp oder gegenüber Fass ohne Boden gar nicht.
Go deeper:
Warum das wichtig ist: Ein langjähriger Insider bricht das Schweigen und wirft Licht auf einen Geheimbund, der sich gern im Verborgenen hält. Wenn einflussreiche Kreise in diskreten Zirkeln netzwerken, stellt sich die Frage nach informeller Macht abseits demokratischer Kontrolle. Am Ende bleibt der Verdacht, dass Brüderlichkeit vor allem den Brüdern nützt.
Quellen:

