In drei Sätzen: Nachdem der US-Supreme-Court die ursprünglichen Globalzölle kippte, reagierte das Weiße Haus prompt mit neuen, stufenweisen Abgabenerhöhungen. Die EU-Kommission antwortete am Sonntag mit einem harten Ultimatum und fordert die strikte Einhaltung des bestehenden Handelsabkommens ein. Brüssel warnt eindringlich, dass dieser Alleingang die transatlantische Partnerschaft gefährdet und die globalen Märkte massiv verunsichert.
Der Auslöser: Nach einem Urteil des US-Supreme-Court gegen Trumps Globalzölle kündigte der US-Präsident neue, allgemeine Zölle von zunächst 10 % an, die er nur einen Tag später eigenmächtig auf 15 % erhöhte.
Wer sagt was: Die Europäische Kommission kritisierte die US-Vorgehensweise deutlich. Zudem hieß es seitens der Brüsseler Behörde, dass die aktuelle Situation nicht dazu geeignet sei, einen „fair, balanced, and mutually beneficial“ transatlantischen Handel zu gewährleisten.
Das Sittenbild: Das transatlantische Handelsgefüge droht durch unvorhersehbare US-Zollentscheidungen zu destabilisieren. Obwohl für Sektoren wie die Luftfahrt eigentlich Nullzölle vereinbart waren, sorgt die aktuelle Volatilität für massives Misstrauen auf den Weltmärkten.
Zwischen den Zeilen:
- Die EU-Kommission verlangt von Washington „volle Klarheit“ über die weiteren geplanten Schritte nach dem Gerichtsurteil.
- EU-Handelskommissar Maros Sefcovic führte bereits Krisengespräche mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer und Handelsminister Howard Lutnick.
Follow the money: Das bestehende Abkommen fixierte einen Zollsatz von 15 % für die meisten EU-Waren, während für Flugzeuge und Ersatzteile ein Nullprozent-Satz vereinbart wurde. Trump hob die neuen Pauschalzölle innerhalb von 24 Stunden von 10 % auf 15 % an, was die vereinbarten Obergrenzen direkt tangiert.
Die andere Sicht: Der US-Präsident reagierte auf das Urteil des Supreme Court, welches seine bisherigen Globalzölle für ungültig erklärte, indem er umgehend neue, flächendeckende Abgaben als politisches Instrument einführte. Washington nutzt diese „Across-the-board“-Tarife offensichtlich, um trotz der gerichtlichen Niederlage den protektionistischen Kurs beizubehalten.
Warum das wichtig ist: Durch die konsequente Überschreitung veralteter Obergrenzen sichert der US-Präsident die nationale Wirtschaftskraft und schafft eine starke Verhandlungsposition gegenüber der EU. Diese entschlossene Priorisierung amerikanischer Interessen zwingt die globalen Märkte zu einer notwendigen Neuausrichtung.
Quellen: EU-Kommission
