Warum es wichtig ist: Marokko hackte jahrelang Oppositionelle und ausländische Regierungschefs mit der israelischen Spionagesoftware Pegasus. Die Spur des Geldes führt direkt nach Abu Dhabi. Während europäische Gutmenschen im Brüsseler Elfenbeinturm noch über wirkungslose Datenschutzgesetze debattieren, schaffen andere Akteure im Nahen Osten längst knallharte Fakten.
Die geheime Villa: In einer diskreten Residenz namens „Villa FSSYS“ in Rabat führten Techniker der israelischen Firma NSO im Jahr 2017 die Allmacht ihres Trojaners vor. Die marokkanischen Agenten des Inlandsgeheimdienstes DGST klatschten begeistert Beifall. Mit nur einem Klick übernahmen die Spione Kameras, Mikrofone und sämtliche Chatverläufe der Testgeräte. Datenschutz ist eben doch nur ein Luxusmärchen für naive Europäer.
Das Netflix-Modell der Überwachung: Als diskreter Mittelsmann fungierte das emiratische Unternehmen Al Fahad, dessen Mutterkonzern heute direkt vom Staat der Vereinigten Arabischen Emirate finanziert wird. Insider im DGST vermuten, dass Abu Dhabi die sündhaft teuren Rechnungen für den marokkanischen Verbündeten einfach beglich. Man teilt sich den Spionagezugang wie bei einem gemeinsamen Streaming-Abonnement. Nur dass hier eben keine Serien laufen, sondern die totale Überwachung.
Der Preis der Allmacht: Dass diese Form der digitalen Kriegsführung kein Schnäppchen ist, belegen exklusive Verträge: Panama überwies NSO einst satte acht Millionen Dollar für die Überwachung von gerade einmal 300 Zielen gleichzeitig. Marokko jonglierte laut geleakten Datenbanken mit über 12.000 potenziellen Nummern. Wer diese astronomischen Summen am Ende tatsächlich angewiesen hat, bleibt im dichten Nebel der Wüstenoasen verborgen.
Die diplomatische Farce: NSO-Gründer Shalev Hulio reiste bei seinen globalen Deals mit einem offiziellen israelischen Diplomatenpass. Vor Gericht gibt er sich heute schmallippig und beruft sich beharrlich auf israelische Staatsgeheimnisse. Die angebliche Unabhängigkeit der privaten Software-Schmiede von der Regierung in Tel Aviv entpuppt sich als schlechter Witz.
Die Spur der Urlauber: Ein unvorsichtiger marokkanischer „Experte“ verriet die geheimen Schulungen in der NSO-Zentrale durch seine naiven Google-Maps-Bewertungen. Offiziell flogen die Agenten laut internem Code ins ferne „Kap Verde“. Die Realität war ein luxuriöser Aufenthalt direkt im israelischen Herzliya. Man gönnt sich ja sonst nichts im harten Arbeitsalltag der Spionage.
Der Ausblick: Zwar wurden die Exportregeln nach weltweiten Skandalen offiziell verschärft, doch die Akteure wechseln einfach nur ihre Identitäten. Neue Tarnfirmen aus dem Umfeld ehemaliger NSO-Mitarbeiter stehen längst bereit, um den marokkanischen Hunger nach Überwachung weiter zu füttern.
Aber keine Sorge: Die EU-Kommission wird ganz bestimmt bald einen scharf formulierten Brief schreiben.
Frank sagt:

