Das große Ganze: Die EU-Kommission plant eine härtere Gangart gegen den Zustrom illegaler Kosmetika und unsicherer Solarien. Im Zuge der Überarbeitung der Marktüberwachungsverordnung und des neuen „European Product Act“ soll die Rechenschaftspflicht für Händler, die Waren aus Drittstaaten importieren, massiv verschärft werden. Exekutiv-Vizepräsident Stephane Sejourne setzt dabei auf eine lückenlose Rückverfolgbarkeit innerhalb der Union.
Worum es geht: Für den Kampf gegen gefährliche Produkte im Internet setzt Brüssel auf digitale Aufrüstung. Ein neues Überwachungstool soll potenziell illegale Angebote bereits online identifizieren, noch bevor sie die EU-Außengrenze überschreiten. Dies betrifft insbesondere Bräunungsinjektionen und Nasensprays, die ohne entsprechende Sicherheitsbewertung vermarktet werden.
Widerspruch: Während die Kommission die technischen Sicherheitsanforderungen für Solarien auf einer Richtlinie festzurrt, zieht sie bei der Anwendung eine klare Grenze. Die konkreten Bedingungen, unter denen die Geräte genutzt werden dürfen, bleiben laut Sejourne reine Ländersache. Damit schiebt Brüssel die Verantwortung für den Jugendschutz und die Betriebskontrollen direkt an die Mitgliedstaaten ab.
Ausgangslage: Die Abgeordnete Kathleen Funchion (The Left) aus Irland kritisierte am 16. Juli 2026 die unzureichende Kontrolle von Bräunungsprodukten und Solarien. Sie verwies auf die alarmierende Situation in ihrer Heimat und stellte konkrete Fragen zur Sicherheit:
- 11.000: So viele Hautkrebsfälle werden in Irland jährlich registriert, wobei illegale Mittel wie Melanotan als Mitursache gelten.
- Ein Drittel: Dieser Anteil der Solarienbetreiber war laut der irischen Gesundheitsbehörde HSE im Jahr 2023 nicht gesetzeskonform.
- Einer von zwanzig: So viele Nutzer sind laut Funchion jünger als 18 Jahre und haben oft Zugang zu unregulierten, privaten Geräten.
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Die Kommission liefert zwar neue Überwachungstools, überlässt den Schutz vor Ort aber lieber den Nationalstaaten.
Frank sagt:
