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Politik

Epsteins Wiener Reisepass

Schattenpass für Pädophilenring: Parlamentarische Anfrage von Alma Zadic.

Alma Zadic - Sepa Media - Michael Indra - Runway FoB AI
Alma Zadic - Sepa Media - Michael Indra - Runway FoB AI
Redaktion
Redaktion
13. Februar 2026
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3 Min Read

In drei Sätzen: Der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nutzte einen in Wien ausgestellten, gefälschten Reisepass. Die Existenz dieses Dokuments befeuert den Verdacht auf behördliche Komplizenschaft. Dieses Sittenbild einer durchlässigen Bürokratie ermöglichte einem verurteilten Straftäter die ungehinderte Bewegung in internationalen Machtzirkeln.

Der Auslöser: Die Veröffentlichung der sogenannten „Epstein-Files“ durch das US-Justizministerium im Dezember 2025 legte erstmals Fotos des gefälschten Dokuments offen, das bereits 1982 von der Bundespolizeidirektion Wien ausgestellt worden sein soll. Fass ohne Boden (FoB) berichtete: Epsteins österreichischer Reisepass.

Wer sagt was:

  • Jeffrey Epsteins Anwälte behaupteten 2019: „Der Finanzier erhielt den Pass von einem Freund, um sich bei Reisen in den Nahen Osten vor Entführungen zu schützen, nutzte ihn jedoch nie“. Dem widerspricht die harte Chronologie der US-Ermittler, die den Pass als klares Indiz für ein Fluchtrisiko werteten, während das Dokument selbst saudi-arabische Einreisestempel aufweist.

Rückblick: Der FPÖ-Abgeordnete Christian Hafenecker stellte bereits im Jahr 2022 eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP): „Wie kam US-Milliardär Epstein zu einem österreichischen Pass?“ Laut Innenminister lagen keine Aufzeichnungen über Ein- oder Ausreisen mit einem solchen Dokument vor.

Das Sittenbild: Ein verurteilter Sexualstraftäter operiert mit einem täuschend echten österreichischen Behördendokument, während heimische Ministerien Jahre später noch Unkenntnis heucheln. Dass Epstein trotz seiner kriminellen Vita und der offensichtlichen Passfälschung bis zu seinem Tod 2019 in höchsten Kreisen verkehrte, offenbart die totale Erosion staatlicher Kontrollinstanzen.

Zwischen den Zeilen:

  • Strategie: Die Nutzung des Namen „Marius Fortelni“ diente als Deckmantel für Reisen in den arabischen Raum.
  • Widerspruch: Trotz der Leugnung durch das Innenministerium im Jahr 2022 existierte bereits 2019 ein Mailverkehr zwischen der Botschaft in Washington und US-Strafverfolgern.
  • Konsequenz: Erst nach dem massiven medialen Druck Ende 2025 prüft das Innenministerium nun strafrechtliche Ermittlungen.

Follow the money: In den Berichten werden keine direkten Zahlungsströme für die Passausstellung genannt, doch der Wert eines solchen „Türöffners“ für einen Multimillionär wie Epstein ist unermesslich. Die US-Staatsanwaltschaft nutzte das Dokument, um eine Freilassung auf Kaution – Epstein bot Millionensummen – erfolgreich zu verhindern.

Die andere Sicht: Das Innenministerium lässt über Mediensprecher ausrichten, dass man den Sachverhalt nun „umgehend an die zuständige Stelle zur Prüfung“ übermittelt habe, da erst jetzt ein „strafrechtlich relevanter Sachverhalt“ vorliege. Diese subjektive Wahrnehmung der Behörde, erst 2025 von der Brisanz erfahren zu haben, kollidiert frontal mit dem Mailverkehr vom 22. Juli 2019, der das Interesse der Botschaft bereits unmittelbar nach Epsteins Festnahme dokumentiert.

Sollte man kennen: Epsteins österreichischer Reisepass

Warum das wichtig ist: Wenn ein Pädophilenring staatliche Dokumente als Schutzschild nutzen können, ist die nationale Sicherheit nur noch eine hohle Phrase.

Quellen:

  • Der Standard
  • US Department of Justice
  • Parlament
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