Auf einen Blick: Der anhaltende Boom bei Rechenzentren treibt neben Tech-Konzernen zunehmend auch die Geschäfte von traditionellen Industrieunternehmen an. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass die gigantischen Investitionen längst in der Realwirtschaft angekommen sind und dort als starker Konjunkturmotor wirken.
Realwirtschaft profitiert: Aktuelle US-Konjunkturdaten unterstreichen diese Dynamik. Die am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal zeigen, dass Investitionen in IT-Ausstattung und Software fast einen halben Prozentpunkt zum US-Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent beigetragen haben.
- Robuste Investitionen: Obwohl dieser Beitrag leicht unter dem Rekordniveau des Vorjahres liegt, bleibt er im historischen Vergleich bemerkenswert hoch.
- Versteckte Effekte: Offizielle Statistiken erfassen zwar teure Server und Chips, spiegeln jedoch das enorme Ausgabepolster für weniger komplexe, aber fundamentale Industrieprodukte nur unzureichend wider.
Konkrete Gewinner der Infrastruktur
Zahlreiche etablierte Unternehmen melden Rekordergebnisse dank massiver Nachfrage rund um den Bau neuer Rechenzentren:
- Sherwin-Williams: Der Farbenhersteller steigerte seinen Aktienkurs nach starken Quartalszahlen um 8,3 Prozent, obwohl der heimische US-Immobilienmarkt schwächelt.
- WESCO International: Der Distributor für Kabel und Leitungen verzeichnete in seiner Datencenter-Sparte ein Umsatzplus von 45 Prozent.
- PPG und 3M: Während PPG auf eine gut gefüllte Pipeline bei Brandschutz- und Spezialbeschichtungen verweist, profitierte 3M von der Nutzung seiner Faseroptik-Kabelverbindungen durch Microsoft.
- Baustoffkonzerne: Unternehmen wie Vulcan Materials und Martin Marietta Materials verzeichnen spürbare Nachfrageschübe durch Großprojekte.
Die fünf großen Technologie-Hyperscaler Amazon, Alphabet, Meta, Microsoft und Oracle planen in diesem Jahr Investitionen von über 750 Milliarden US-Dollar. Davon profitiert ein breiter Querschnitt der amerikanischen Wirtschaft, was allerdings im Umkehrschluss bedeutet, dass auch traditionelle Branchen anfälliger für mögliche Marktschwankungen im Technologiesektor werden.
Warum das wichtig ist: Künstliche Intelligenz ist längst kein reines Software-Phänomen mehr, sondern zieht die gesamte Industrie in einen historischen Investitionsstrudel.
Wer Beton, Farbe und Kabel liefert, verdient am Silicon Valley mit.
Frank sagt:


