In drei Sätzen: Nach elf Tagen intensiver Luftangriffe der USA und Israels gegen Ziele im Iran hat US-Präsident Donald Trump den Konflikt überraschend als nahezu entschieden bezeichnet. Trump nennt den Krieg gegen den Iran nun „fast beendet“ – das ist offenbar eine Reaktion auf das verursachte weltweite Chaos mit dramatischen Folgen.
Der Auslöser: In der Nacht auf Dienstag (MEZ) sprach Trump in seinem Golfclub in Doral (Florida) vor Republikanern und Journalisten. Die Operation „Epic Fury“ (manchmal „Epic Wrath“ genannt) laufe „deutlich vor Zeitplan“. Erstmals gab er Details zur Begründung preis.
Wer sagt was:
Donald Trump (US-Präsident): „Der Krieg ist so gut wie beendet. Wir liegen weit vor unserem Zeitplan.“ Und: „Wir haben die Schlagkraft des Iran massiv geschwächt.“
US-Zentralkommandos (CENTCOM): „Mehr als 5000 Ziele wurden bombardiert, 51 iranische Kriegsschiffe versenkt oder schwer beschädigt.“
Iranische Revolutionsgarden (IRGC): „Der Iran bestimmt, wann der Krieg endet – nicht die USA.“
Der Kontrast: Trump feiert bereits den Sieg. Teheran droht mit Ausdauer. Umfragen in den USA zeigen: Nur jeder Vierte unterstützt die Angriffe. Die Mehrheit fürchtet lange Eskalation und höhere Preise.
Das Sittenbild: Trump versprach „America First“ – dazu startete er den größten US-Konflikt seit Jahrzehnten. Israel agiert als enger Partner. Der Iran verlor seinen Obersten Führer Ali Khamenei durch einen frühen Schlag. Nun führt Mojtaba Khamenei das Regime. Die Doppelmoral zeigt sich: Die Eliten reden von „Sicherheit“, die Bevölkerung spürt nur zusätzliche Teuerung.
Zwischen den Zeilen:
- Die Offensive begann am 28. Februar 2026 mit gemeinsamen US-israelischen Luftschlägen.
- Das Ziel: Iranisches Atomprogramm, Raketenarsenal, Drohnenbasen und Marine zerstören.
- Trump spricht von Geheimdienst-Informationen: Der Iran habe heimlich eine neue Atomanlage gebaut.
- Der Präventivschlag sollte einen „sicheren“ iranischen Angriff innerhalb einer Woche verhindern.
- US-Tomahawk-Raketen und israelische Jets trafen Führungsstrukturen, unterirdische Anlagen und Energie-Infrastruktur.
- Iran konterte mit Raketen und Drohnen auf Golfstaaten, Israel und US-Verbündete.
- Die Straße von Hormus bleibt zentral: 20 Prozent des Weltöls passieren dort.
Follow the money: Seit Kriegsbeginn stieg der Ölpreis massiv an – teilweise um über 20 Prozent.
Ein Barrel Brent kostete zeitweise fast 100 Dollar. Trump kündigte an, ölbezogene Sanktionen vorübergehend auszusetzen, um die Märkte zu beruhigen. Und die US-Marine soll Tanker in der Straße von Hormus schützen. Dennoch: Jeder weitere Tag Kampf treibt Energie- und Lebenshaltungskosten in Europa. Österreich importiert fast 100 Prozent seines Öls. Die Preise an den Tankstellen steigen deutlich.
Die andere Sicht:
Trump betont Prävention: „Wenn wir nicht zuerst zugeschlagen hätten, hätten sie unsere Verbündeten angegriffen.“ Er droht: Bei Störung der Ölversorgung werde man „zwanzigmal härter“ bombardieren – auch zentrale Energieanlagen. Der Iran lehnt Verhandlungen ab: Außenminister Abbas Araghchi spricht von „bitterer Erfahrung“ mit den USA.
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