Pflegeheimskandal: Schwere Vorwürfe gegen Senecura und Aufsichtsbehörde

Der Vorarlberger Pflegeheimskandal wirft ein düsteres Licht auf die Pflegepraktiken und Aufsichtsstrukturen in Vorarlberg.

Sujetbild-Corona Bestimmungen Klaus Hausmann - Pixabay
Redaktion

Der Bericht wirft dem Pflegeunternehmen Senecura zudem vor, die Wundversorgung des Patienten gravierend vernachlässigt zu haben. Selbst als sich bereits übelriechender Geruch und zähe Beläge ausgebreitet hatten, wurde weder ein Wundmanager noch ein Arzt hinzugezogen. Erst auf Drängen der Familie wurde der Patient ins Krankenhaus überstellt, wo er operiert werden musste.

Kritischer Gewichtsverlust

Patientenanwalt Wolf bemängelt weiter die mangelhafte Überwachung des Gewichtsverlustes und der Flüssigkeitszufuhr. Die Aufzeichnungen des Heims stimmen nicht mit dem tatsächlichen Zustand des Patienten überein. Am 9. Juli 2022 wurde festgehalten, der Patient habe genug getrunken, doch am selben Tag wurde er stark dehydriert ins Krankenhaus eingeliefert. Insgesamt verlor der Patient innerhalb von sechs Monaten 22 Kilo, ohne dass dies ausreichend kontrolliert wurde.

Kritik an der Amtssachverständigen

Wolf kritisiert auch die Amtssachverständige des Landes Vorarlberg, die nach einer Beschwerde der Familie Senecura überprüfte, aber keine Pflegefehler feststellte. Trotz einer langen Liste an Mängeln, die sie wahrnahm, konnte sie keine Verstöße feststellen. Wolf bezeichnet ihre Schlussfolgerungen als nicht nachvollziehbar und will weitere Unterlagen anfordern sowie eine unabhängige Expertin beauftragen.

Fazit und Ausblick

Dieser Fall offenbart schwere Missstände im Pflegeheimwesen und wirft dringende Fragen zur Aufsicht und Kontrolle solcher Einrichtungen auf. Die Kritik von Patientenanwalt Wolf und die Recherchen legen nahe, dass hier umfassende Änderungen notwendig sind, um die Pflegequalität sicherzustellen und weitere Tragödien zu verhindern.

Quelle

Dossier

 

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