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Scheindialog am Küniglberg

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In drei Sätzen: Der ORF startet heute seine Online-Umfrage „ORF fragt“, die angeblich das „Meinungsklima“ im Land einfangen soll. Offiziell als demokratischer Beitrag verkauft, dient das Format hinter den Kulissen als pseudowissenschaftliche Rechtfertigung für das eigene Programmangebot. Für die Auswertung hat man das Institut INTEGRAL ins Boot geholt hat.

Am Punkt: Der ORF betreibt hier keine Meinungsforschung, sondern ein geschicktes Framing, um die Akzeptanz des eigenen Sendeauftrags mittels einer unkontrollierten Online-Abfrage zu frisieren.

Wer sagt was: Der ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher zufolge ist der Sender im Auftrag aller Bürger tätig – doch wer genau darf hier eigentlich „mitreden“?

  • Keine Repräsentativität: Der ORF gibt selbst zu, dass dies keine wissenschaftliche Studie nach Stichproben-Kriterien ist. Jeder kann mitmachen – Bots, Interessensgruppen oder das eigene ORF-nahe Umfeld.
  • Framing der Fragen: „Alltagsrelevante Themen“ werden mit Fragen zum „Programmangebot“ vermengt. Das Ziel: Die Kritik an der Haushaltsabgabe in einem Meer aus allgemeinen Sorgen untergehen lassen.
  • Kostspielige Selbstdarstellung: Am 28. Juli wird das Ganze in einer Prime-Time-Sendung als „Stimmungsbild“ zelebriert. Ein in sich geschlossener Kreislauf der Selbstbestätigung.
  • Zufälle häufen sich: Dass man kurz vor einer Programmevaluierung plötzlich die Bevölkerung nach ihrem „Wunschprogramm“ befragt, wirkt bei genauerem Hinsehen wie ein Paradebeispiel für orchestrierte Publikumsbeteiligung.

Es stellt sich die Frage: Wie hoch sind die Kosten für diese „Dialogplattform“ inklusive der Zusammenarbeit mit INTEGRAL und der Produktion der Prime-Time-Sendung?

Ausblick: Der ORF ist per Gesetz zur Objektivität verpflichtet. Wenn ein öffentlich-rechtliches Medium jedoch eigene „Stimmungsbilder“ generiert, die methodisch wertlos sind, aber journalistisch als „Referenzrahmen“ verkauft werden, ist das keine Demokratieförderung. Es ist ein Placebo. Der Verdacht steht im Raum, dass hier gezielt Antworten gesammelt werden, um bei künftigen Budgetdebatten sagen zu können: „Unsere Zuseher wollen…“

Warum das wichtig ist: Wenn der ORF wirklich wissen wollte, was Österreich denkt, bräuchte es keine hippe Website, auf der jeder zehnmal abstimmen kann. Es bräuchte ehrliche journalistische Distanz und den Mut, sich mit der massiven Kritik am eigenen Haus auseinanderzusetzen. Wer seinen eigenen Prüfstein baut, darf sich nicht wundern, wenn das Ergebnis immer „sehr gut“ lautet.

Euer „Dialog“ ist kein Zuhören. Es ist ein Monolog zur Machterhaltung.

Frank sagt:
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