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Politik

Sprit-Engpass: EU-Krisenkonferenz

Erste Warnung aus Brüssel zur Energie-Versorgung der EU-Länder.

Sujetbild Tank Sprit - Engin Akyurt - Pixabay - Runway FoB AI
Sujetbild Tank Sprit - Engin Akyurt - Pixabay - Runway FoB AI
Redaktion
Redaktion
31. März 2026
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3 Min Read

In drei Sätzen: Die EU-Energieminister beraten heute in einer kurzfristig angesetzten Video-Konferenz über erste Maßnahmen zur Abfederung der aufgrund des Krieges in Nahost auf Europa zurollenden Energie-Krise. Und in einem Schreiben an die Energieminister der EU-Länder fordert Energiekommissar Dan Jørgensen, den Verbrauch von Öl und Gas deutlich zu reduzieren, insbesondere im Verkehrssektor. Konkret: Die Europäer sollen – vorerst freiwillige – auf Flugreisen und Autofahrten verzichten.

Der Auslöser: Wovor schon auch Analysten von JP Morgan vor Tagen warnten, das dürfte nun die EU-Spitze auch klar sein – mit der Sperre der Straße von Hormus und der Fortsetzung des Krieges gegen den Iran kommen kaum noch LNG- und Öl-Tanker nach Europa durch. Die letzten beladenen Mega-Tanker erreichten in diesen Tagen in Triest, Koper und Rotterdam – dann kommt lange nichts mehr. Die EU-Kommission wird deshalb laut ersten Informationen von Politico sogenannte freiwillige Einsparmaßnahmen vorschlagen: Konkret könnte das bedeuten, dass die Bürger dazu aufgefordert werden, weniger Flugreisen zu buchen oder ihr Auto seltener zu nutzen. Ziel ist es, den Verbrauch zu senken und vorhandene Ressourcen für essenzielle Bereiche zu sichern.

Wer sagt was:

  • Dan Jørgensen (EU-Energiekommissar): „Die EU-Staaten sollten sich rechtzeitig auf eine möglicherweise länger andauernde Störung vorbereiten.“
  • Und in einem Schreiben an die nationalen Energieminister, das POLITICO vorliegt, erklärte Jørgensen, dass die Regierungen prüfen sollten, „freiwillige Maßnahmen zur Senkung der Nachfrage … mit besonderem Fokus auf den Verkehrssektor“ in Betracht zu ziehen.
  • Wolfgang Hattmannsdorfer (Wirtschaftsminister, ÖVP) meinte noch vor einigen Wochen: „Österreich ist energiepolitisch stabil.“ Er gab „Entwarnung“, berichtete die Tageszeitung Heute am 3. März.

Zwischen den Zeilen:

  • Die EU-Spitze kommt nun ins Handeln – aber erst Tage nach der Veröffentlichung umfassender Analysen dazu, was Europa droht
  • Natasha Kaneva, Leiterin der Global Commodities Strategy bei JP Morgan, lieferte bereits eine auf Social-Media-Plattformen viel geteilte aktuelle Prognose: Es drohen physische Engpässe bei Rohöl, Diesel, Jet Fuel, LPG und Naphtha
  • Ab Mitte April schlage laut JP Morgan in Europa ein „rollierender Supply Shock“ ein

Follow the money: Die Preise an den Tankstellen schießen in die Höhe, Experten rechnen bereits mit einem Verlust der deutschen Wirtschaftsleistung von bis zu 40 Milliarden Euro in zwei Jahren. In Österreich droht ebenfalls ein neuer Inflationsschub. Die Folgen: Extrem steigende Lebensmittel- und Heizkosten, eine zusätzliche Belastung für jeden Österreicher. Gleichzeitig will Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) neue Steuern einführen.

Warum das wichtig ist: Die EU handelt jetzt, aber mit großer Verspätung. Anstatt mit dem Steuergeld der Europäer schon seit Monaten Treibstoff- und LNG-Vorräte anzulegen und die Gasspeicher aufzufüllen, wollen die meisten EU-Regierungschefs – auch Österreichs Kanzler Christian Stocker – der Ukraine weitere 90 Milliarden Euro überweisen. Dieses Systemversagen verschlimmert noch die Situation. Nur eine Realpolitik mit allen Energielieferanten, also auch mit Russland, würde Österreich noch helfen. Ohne Richtungswechsel in der europäischen und österreichischen Politik drohen nun sogar Energie-Lockdowns.

Quelle: Politico

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