Das Kartenhaus stürzt ein und begräbt die politische Elite unter sich. Ex-Chef von Wienwert, Stefan Gruze, legt zum Prozessauftakt ein Teilgeständnis ab. Dies ist vor allem für die Mitangeklagten Politiker von SPÖ und ÖVP eine zur juristischen Bombe. Während er den großen Anlagebetrug bestreitet, gibt er die Fakten zur Korruption zu. Für alle Genannten gilt die Unschuldvermutung.
Der Auslöser: Paukenschlag kurz nach Prozessbeginn: Über seinen Anwalt Norbert Wess ließ Stefan Gruze heute eine Erklärung verbreiten, in der er ein „Tatsachengeständnis im Zusammenhang mit den angeklagten Korruptionsdelikten“ ankündigt.
Wer sagt was: „Darüber hinaus wird er ein Tatsachengeständnis im Zusammenhang mit den angeklagten Korruptionsdelikten ablegen“:
- Stefan Gruze (Ex-Boss): „Ich übernehme Verantwortung für mein sorgloses Handeln – ich bin zu verschwenderisch mit Gesellschaftsvermögen umgegangen.“
- Norbert Wess (Anwalt): Gruze bekennt sich der „grob fahrlässigen Beeinträchtigung
Das Sittenbild: Gruze versucht die Flucht nach vorn und opfert sich als „verschwenderischer“ Manager, um den Vorsatzvorwurf zu entkräften. Doch sein Geständnis reißt die politische Deckung weg. Wenn der Geldgeber zugibt, dass die Zahlungen und Deals so passiert sind, wird die Luft für die Empfänger dünn.
Zwischen den Zeilen: Das Geständnis ist taktisch klug, aber moralisch vernichtend.
- Fakt: Gruze gibt zu, „zu risikoreiche Geschäfte abgeschlossen“ zu haben.
- Fakt: Er bestätigt faktisch die Abläufe der Bestechungsvorwürfe. Das Gericht muss nun diese Aussagen prüfen.
Follow the money: Gruze hat bis dato 500.000 Euro „Schadenswiedergutmachung“ geleistet, davon 250.000 Euro direkt an den Masseverwalter. Ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts von 41 Millionen Euro Gesamtschaden.
Was bleibt über: Ein Manager, der „Verschwendung“ zugibt, und Politiker, die nun Erklärungsnotstand haben. Wenn Gruze zahlt und gesteht, können Mahrer und Nevrivy kaum noch behaupten, von nichts gewusst zu haben.
Warum das wichtig ist: Das verschiebt den Fokus vom „Wirtschaftskrimi“ zum „Polit-Skandal“. Dies ist der Albtraum für jede verwickelte Person. Es bestätigt das Bild einer Symbiose aus gieriger Wirtschaft und käuflicher Politik, bei der am Ende die Anleger die Zeche zahlen.
Sollte man wissen: Mahrer tritt zurück
Quellen:


