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Politik

Mullah-Botschafter zum Rapport

Morde im Iran: Meinl-Reisinger handelt erst nach grünem Weckruf.

Beate Meinl-Reisinger - SEPA.Media - Isabelle Ouvrard
Beate Meinl-Reisinger - SEPA.Media - Isabelle Ouvrard
Redaktion
Redaktion
12. Januar 2026
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2 Min Read

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger spielt die harte Diplomatin und zitiert den iranischen Botschafter zu sich. Doch der Zeitpunkt verrät die Inszenierung: Die NEOS-Chefin handelt nicht aus eigenem Antrieb, sondern reagiert auf den Druck der Grünen. Exakt einen Tag vor der „entschlossenen“ Einbestellung forderte die Grüne Meri Disoski genau diesen Schritt.

Die Entwicklungen im Iran schockieren mich zutiefst. Ich verurteile das brutale Vorgehen gegen Demonstrierende. Daher habe ich die Einbestellung des iranischen Botschafters veranlasst, um Österreichs Haltung unmissverständlich darzulegen. Die Gewalt muss sofort enden. Die…

— Beate Meinl-Reisinger (@BMeinl) January 12, 2026

Der Auslöser: Während Meinl-Reisinger am Montagabend über die Kronen Zeitung die Einbestellung verkündete, lag die Forderung danach längst auf dem Tisch. Die Grüne Meri Disoski verlangte bereits am Sonntag „unverzüglich“ den Rapport des iranischen Botschafters.

Wer sagt was:

  • Disoski redet Tacheles: Sie spricht von „mindestens 2.000 Toten“ und fordert, die Revolutionsgarde (IRGC) endlich auf die EU-Terrorliste zu setzen.
  • Meinl-Reisinger hingegen flüchtet sich in bürokratische Drohungen wie die „genaue Prüfung“ von Visaanträgen.
  • Der Kontrast ist peinlich: Die Opposition fordert harte Sanktionen, die Regierung prüft Formulare.

Das Sittenbild: Es zeigt die Lähmung der österreichischen Außenpolitik. Die Regierung verwaltet Krisen nur noch, statt zu agieren. Dass ausgerechnet die Grünen, einst als naive Moralisten belächelt, nun die diplomatische Härte vorgeben müssen, entlarvt die Leere im Außenamt.

  • Währendessen schlachtet der Iran die eigene Bevölkerung ab. Über 500 Tote pflastern den Weg der Proteste. Doch während auf den Straßen gestorben wird, laufen die Telefondrähte heiß. Es geht um einen Deal.

Zwischen den Zeilen: Die zeitliche Abfolge demontiert die Erzählung der Ministerin.

  • Sonntag, 17:01 Uhr: Disoski verurteilt die Gewalt und fordert die Einbestellung.
  • Montag, 18:06 Uhr: Meinl-Reisinger kündigt die Einbestellung des Botschafters an.

Was bleibt über: Die Grüne Disoski liefert die Fakten und Forderungen, Meinl-Reisinger erntet die Schlagzeile. Geändert hat sich für die Mullahs nichts. Was das Außenministerium als Führung verkauft, ist in Wahrheit Copy-Paste-Politik auf Zuruf der Opposition.

Warum das wichtig ist: Wenn Außenpolitik nur noch Reaktion auf innenpolitischen Druck ist, verlieren wir jede Glaubwürdigkeit. Die Mullahs lachen sich ins Fäustchen, wenn Wien erst handelt, nachdem die Opposition eine Pressemeldung verschickt hat. Echte Diplomatie agiert präventiv, nicht reflexartig.

Quellen:

  • ots.at
  • krone.at
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