Warum es wichtig ist: Minister Wolfgang Hattmannsdorfer will mit einer neuen Potenzialstudie die Wasserkraft als Rückgrat der Stromversorgung stärken und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Es ist der klassische politische Reflex: Statt den Ausbau einfach zu ermöglichen, wird erst einmal eine Studie in Auftrag gegeben, die Ergebnisse erst Ende 2026 liefert.
Nackte Zahlen: Bis 2030 sollen zusätzlich fünf Terawattstunden Wasserkraftstrom erzeugt werden, was dem Verbrauch von 1,4 Millionen Haushalten entspricht. Dass Österreich bereits jetzt mit 90,1 Prozent Erneuerbaren-Anteil an der EU-Spitze liegt, scheint der Politik nicht zu reichen
In einem Satz: Man braucht den nächsten Plan für den Plan.
Die andere Sicht: Während man in Brüssel über EU-Durchschnitte von 47,5 Prozent grübelt, feiert man sich in Wien für den Status quo. Doch der wirkliche Knackpunkt liegt im Kleingedruckten: Die Prüfung von UVP- und wasserrechtlichen Verfahren klingt weniger nach Fortschritt als nach der nächsten Etappe im bürokratischen Hindernislauf.
Wer sagt was: Hattmannsdorfer behauptet, die Industriestrategie durch die Studie in die Tat umzusetzen. In der Realität bedeutet dies jedoch oft nur, dass Unternehmen länger auf Genehmigungen warten, während die Regierung wertvolle Zeit mit der Suche nach „Rechtssicherheit“ verstreichen lässt.
Ausblick: Mit 3.260 bestehenden Anlagen ist die Kapazität eigentlich vorhanden. Ob eine Studie die notwendige Dynamik entfacht oder nur als teurer Türstopper für ein weiteres Jahrzehnt der Trägheit dient, wird sich erst nach 2026 zeigen.
Hoffentlich hat der Minister bis dahin nicht vergessen, dass man Strom nicht mit Papier, sondern mit Turbinen erzeugt.
Frank sagt:

