Latein wird reduziert

Ministerium weist Vorwürfe der Arbeitsgruppe Latein zurück.

Christoph Wiederkehr - Sepa Media - Michael Indra - Runway FoB AI
Redaktion
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In drei Sätzen: Das Bildungsministerium hält trotz des plötzlichen Rücktritts der Experten-Arbeitsgruppe am Freitag an der Erstellung neuer Lehrpläne für Latein an der Oberstufe fest. Generalsekretär Alexander Huber reagierte verwundert auf die Arbeitsverweigerung und kündigte an, die Reform nun mit internen Fachkräften sowie weiteren Experten bis zum Schuljahr 2027/28 final umzusetzen. Ziel der umfassenden Modernisierung ist es, Platz für neue Pflichtfächer wie Medienbildung zu schaffen, während Latein weiterhin einen Umfang von mindestens acht Wochenstunden behalten soll.

Der Auslöser: Nach der kurzfristigen Bekanntgabe der Lehrplangruppe, von ihrem Auftrag zur Erarbeitung neuer Inhalte zurückzutreten, stellt das Ministerium nun offiziell klar, dass dieser Schritt den geplanten Reformprozess keineswegs stoppen wird.

Wer sagt was: Generalsekretär Alexander Huber kritisiert das Vorgehen der Experten scharf: „Die Arbeitsverweigerung der Arbeitsgruppe Latein ist nicht nachvollziehbar, hält uns aber in der Erstellung neuer Lehrpläne nicht auf.“

Das Sittenbild: Die Fronten zwischen dem Ministerium und der klassischen Philologie scheinen verhärtet. Man setzt auf eine Priorisierung moderner Fächer wie Informatik und KI.

Zwischen den Zeilen: Das Inkrafttreten der neuen Lehrpläne ist fix für das Schuljahr 2027/28 terminiert.

  • Latein bleibt mit mindestens acht Wochenstunden eines der umfangreichsten Fächer der Oberstufe.
  • Die Schulen erhalten die Möglichkeit, die Lateinstunden über die Schulautonomie eigenständig zu erhöhen.

Follow the money: Während keine spezifischen Budgetsummen genannt werden, bedeutet die Umschichtung von Wochenstunden eine massive wirtschaftliche und personelle Umverteilung der Bildungsressourcen hin zu neuen Fachbereichen wie „Medienbildung und Demokratie“.

Die andere Sicht: Die ursprüngliche Arbeitsgruppe Latein befürchtet eine Schwächung der literarischen Bildung, weshalb sie die Zusammenarbeit aufgrund unüberbrückbarer Differenzen mit dem Ministerium offiziell beendet hat.

Warum das wichtig ist: Der Konflikt markiert einen Wendepunkt in der österreichischen Bildungspolitik, bei dem traditionelle humanistische Werte gegen die Notwendigkeit digitaler und demokratiepolitischer Kompetenzen abgewogen werden. Das Ministerium zeigt hierbei eine klare Kante gegen akademische Standesinteressen, um den Zeitplan der Oberstufenreform unter allen Umständen einzuhalten.

Quelle: ots.at

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