In drei Sätzen: Die Staatsanwaltschaft hat am Montag mit der Durchsuchung der abgelegenen Zorro-Ranch in Stanley, New Mexico, begonnen, um Hinweisen auf sexuellen Missbrauch und Menschenhandel nachzugehen. Die Generalstaatsanwaltschaft unter Raúl Torrez nutzt die Kooperation der neuen Eigentümer, nachdem neu geöffnete FBI-Akten eine Wiederaufnahme des im Jahr 2019 vorzeitig eingestellten Falls zwingend erforderlich machten. Auf dem weitläufigen Anwesen des verstorbenen Jeffrey Epstein sollen über Jahre hinweg junge Frauen systematisch ausgebeutet worden sein, während die Justiz nun versucht, die Versäumnisse der Vergangenheit aufzuarbeiten.
Der Auslöser: Nach der Veröffentlichung früherer versiegelter FBI-Berichte entschied Generalstaatsanwalt Raúl Torrez im vergangenen Monat, die Ermittlungen zur Zorro-Ranch offiziell wieder aufzunehmen. Die aktuelle Durchsuchung dient der Sicherung von Beweisen für mutmaßliche Verbrechen an diesem Standort.
Wer sagt was:
- Die Behörde erklärte offiziell: „Das Justizministerium von New Mexico weiß die Zusammenarbeit der derzeitigen Grundstückseigentümer zu schätzen.“
- Man betonte zudem das Ziel der Mission: „Wir werden die Öffentlichkeit weiterhin angemessen informieren, die Überlebenden unterstützen und den Fakten folgen, wohin auch immer sie führen.“
Das Sittenbild: Die Zorro-Ranch symbolisiert ein jahrelanges Versagen der Justiz, da Ermittlungen bereits 2019 auf Wunsch von Bundesstaatsanwälten abgebrochen wurden. Während lokale Gesetzgeber nun eine Kommission zur Aufarbeitung gründen, bleibt das Misstrauen gegenüber den Behörden bestehen, die Jeffrey Epstein zu Lebzeiten in New Mexico nie rechtlich belangten.
Zwischen den Zeilen:
- Epstein erwarb das riesige Areal im Jahr 1993 vom ehemaligen demokratischen Gouverneur Bruce King.
- Das Anwesen verfügt über eine private Landebahn sowie ein Herrenhaus auf einem Hügel.
- Bereits 2019 bestätigte die Staatsanwaltschaft Interviews mit möglichen Opfern, die die Ranch besuchten.
- Der jetzige Besitzer ist die Familie von Don Huffines, einem republikanischen Politiker aus Texas.
Follow the money: Die Zorro-Ranch wurde im Jahr 2023 durch Epsteins Nachlassverwaltung verkauft, wobei die Erlöse zur Befriedigung von Gläubigerforderungen verwendet wurden. Das Anwesen dient nun als Privateigentum der Familie Huffines, die den Ermittlern aktuell Zugang gewährt.
Die andere Sicht: Die aktuellen Eigentümer, die Familie des Politikers Don Huffines, treten nicht als Beschuldigte auf, sondern kooperieren aktiv mit den staatlichen Ermittlern. Sie ermöglichen den Behörden den Zugang zum Gelände, um die Untersuchungen zu den Taten des Vorbesitzers ohne rechtliche Hürden abschließen zu können.
Warum das wichtig ist: Die späte Suche nach Beweisen auf der Zorro-Ranch ist ein notwendiger Versuch, das Schweigen über die dortigen Vorgänge endlich zu brechen und den Opfern Gehör zu verschaffen. Es bleibt jedoch ein zynisches Zeugnis staatlicher Inkompetenz, dass erst Jahre nach dem Tod des Haupttäters und der Veräußerung des Tatorts der politische Wille für eine echte Durchsuchung gefunden wurde.
Quellen: apnews.com
