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Politik

ORF feiert Quotenflop

Staatsfunk finanziert mit Zwangsbeiträgen seichte Heimatfilme.

Ingrid Thurher - ORF - SEPA.Media Michael Indra - Runway FoB AI
Ingrid Thurher - ORF - SEPA.Media Michael Indra - Runway FoB AI
Redaktion
Redaktion
6. April 2026
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3 Min Read

In drei Sätzen: Der ORF hat am Karsamstag dem 4. April 2026 um 20.15 Uhr auf ORF 1 die Premiere des Films „Herzklang – Zurück zu mir“ mit Schlagerstar Melissa Naschenweng ausgestrahlt. Bis zu 503.000 Zuschauer schalteten ein, im Schnitt sahen 454.000 Personen zu, was einem Marktanteil von 21 Prozent entsprach. Der Sender feiert das als Erfolg, obwohl es sich um eine seichte Romanze handelt.

Der Auslöser: Eine OTS-Presseaussendung des ORF vom 5. April 2026 trommelt mit stolzen Quoten für den Film. Die Produktion entstand in Koproduktion mit dem ORF und wurde zusätzlich von diversen Fördertöpfen wie FISA+, Fernsehfonds Austria und Landesfilmkommissionen unterstützt. Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz lobt „rot-weiß-rote TV-Unterhaltung mit Herz“. Das Ganze kostet die Zwangsbeitragszahler Geld, die keine Wahl haben, ob sie diesen Inhalt wollen oder nicht.

Wer sagt was:

  • ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz erklärte: „Der Heimatfilm ist wieder da – und wie! ‚Herzklang – Zurück zu mir‘ liefert rot-weiß-rote TV-Unterhaltung mit Herz, verleiht dem Genre liebevoll einen modernen Anstrich und holt es mühelos in die heutige Zeit.“
  • Sie freut sich, dass so viele Zuschauer „ihren Alltag für eineinhalb Stunden hinter sich lassen“ konnten.
  • Die Aussendung betont zusätzlich einen neuen Song „Hoamat in mir“ von Melissa Naschenweng, der extra für den Film geschrieben wurde.

Das Sittenbild: Der ORF produziert und sendet seichte Unterhaltung wie diese Almromanzen, während er sich aus Zwangsabgaben finanziert. Viele Bürger zahlen monatlich 15,30 Euro plus mögliche Landesabgaben, unabhängig davon, ob sie ORF schauen oder nicht.

Zwischen den Zeilen:

  • Der Film ist eine Koproduktion mit JewelLabs Pictures und Graf Filmproduktion und wurde zusätzlich aus öffentlichen Fördertöpfen wie dem Fernsehfonds Austria und Landesmitteln aus Kärnten und Tirol gesponsert.
  • Die Quoten von durchschnittlich 454.000 Zuschauern klingen hoch, liegen aber in einem Land mit über neun Millionen Einwohnern weit unter echten Massenerfolgen und rechtfertigen kaum die millionenschweren Gesamtkosten solcher Produktionen.
  • Melissa Naschenweng spielt die Hauptrolle einer Schlagersängerin, die nach Liebeskummer auf die Alm der Großmutter flüchtet – ein klassisches Feel-Good-Format ohne künstlerischen Anspruch.

Follow the money:

  • Der ORF finanziert sich hauptsächlich aus der Haushaltsabgabe von 15,30 Euro monatlich pro Haushalt, was jährlich rund 183,60 Euro ergibt und insgesamt Hunderte Millionen Euro in die Kassen spült.
  • Dazu kommen weitere öffentliche Mittel und Kompensationen. Eine einzelne TV-Produktion wie dieser Film verschlingt leicht Hunderttausende bis Millionen Euro an Produktions-, Förder- und Sendeaufwand.
  • Selbst die OTS-Aussendung kostet Geld, das letztlich die Steuer- und Abgabenzahler finanzieren.
  • Der Moloch ORF gibt dieses Geld munter aus, während viele Haushalte mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen.

Die andere Sicht: Der ORF und die Beteiligten sehen in den Quoten einen klaren Erfolg und betonen den Unterhaltungswert für ein breites Publikum. Die Programmdirektorin spricht von moderner Heimatfilm-Tradition mit schönen Naturaufnahmen und Gefühl. Kritik an der Finanzierung oder am Inhalt wird in der Aussendung nicht thematisiert, stattdessen wird der Film als Einladung zum Abschalten verkauft.

Warum das wichtig ist: Der ORF als öffentlich-rechtlicher Moloch verschleudert weiterhin Zwangsabgaben der Bürger für seichte Romanzen und Eigenwerbung, statt sich auf echten öffentlichen Auftrag zu konzentrieren. Das zeigt einmal mehr, wie wenig effizient und marktfrei dieser Apparat arbeitet und am Ende zahlen immer die gleichen, die keine Wahl haben.

Quellen:

  • OTS
  • ORF-Haushaltsabgabe
  • Parlamentsantrag
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