In drei Sätzen: Miles Taylor, ehemaliger hoher Beamter im US-Heimatschutzministerium, Sicherheitsexperte und Autor des Anti-Trump-Buches „Blowback“, hat eine Initiative gestartet, um Proteste gegen neue Abschiebezentren zu organisieren. Mehr als 17.000 Aktivisten haben sich dort mit vollem Namen, E-Mail, Telefonnummer und Postleitzahl angemeldet. Diese persönlichen Daten lagen jedoch ungeschützt, öffentlich zugänglich auf und wurden nun geleakt.
Der Auslöser: Am 2. Mai 2026 veröffentlichte der X-Account DataRepublican einen X-Faden, der es in sich hat. Darin zeigt der Datenexperte auf, dass die gerade erst lancierte Protest-Plattform gegen die Einwanderungsbehörde (= GTFO ICE) die persönlichen Daten von 17.662 Nutzern über eine ungesicherte Schnittstelle frei zugänglich machte. Die Seite steht wird mittlerweile überarbeitet und wir zur Zeit überarbeitet und befindet sich im sogenannten „Under Construction“-Modus.
Wer sagt was:
- DataRepublican schrieb: „Der Mann, der die drittgrößte Bundesbehörde der USA geleitet hat, schafft es nicht einmal, ein einfaches Anmeldeformular abzusichern.“
- Taylor selbst hat sich bisher nicht öffentlich zu der Datenpanne geäußert. Im Zuge der Ankündigung des neues Projekts hatte er auf Social-Media-Kanälen stehts betont, wie wichtig der Schutz sensibler Daten sei.
Das Sittenbild: Ein ehemaliger hoher Sicherheitsbeamter, der einst für Wahl- und Cybersicherheit verantwortlich war, baut eine Aktivisten-Plattform und lässt die Nutzerdaten komplett ungeschützt. Der versprochene Standard für Datenschutz laut Webseite Seite steht im krassen zur Realität.
Das große Ganze:
- Taylor arbeitete unter der ersten Trump-Administration im US-Heimatschutzministerium (= DHS steht für Department of Homeland Security).
- Er verfasste den berühmten anonymen Gastbeitrag (Op-Ed) in der New York Times vom 5. September 2018 unter dem Titel „I Am Part of the Resistance Inside the Trump Administration„.
- Der Überläufer gründete Defiance.org und kooperiert mit Figuren wie Steve Schmidt vom Lincoln Project.
Zwischen den Zeilen:
- GTFO ICE ist ein Gemeinschaftsprojekt von Defiance.org (Taylor), Save America Movement (Schmidt) und Project Salt Box.
- Die Plattform sollte „rapid response“ gegen ICE-Einrichtungen ermöglichen.
- Die von der Datenschutz betroffenen Nutzer bekamen keine Bestätigungsmails, dafür aber später Nachrichten, dass ihre Daten an Behörden weitergegeben wurden.
- Die API enthielt Namen, E-Mails, Telefonnummern, PLZ und Timestamps.
- Die Security Clearance ist die offizielle Erlaubnis, geheime Regierungsinformationen einsehen zu dürfen. Trump hat Taylor diese Freigabe 2025 per Präsidential Memorandum entzogen.
Follow the money:
- Arabella Advisors ist eines der größten sogenannten „Dark-Money“-Netzwerke in den USA. Es leitet Milliarden Dollar von anonymen Großspendern (meist sehr reichen linken Unterstützern) über mehrere Fonds wie den Sixteen Thirty Fund an politische Aktivistengruppen weiter, ohne dass die wahren Spender klar erkennbar sind.
- Laut Recherchen des Accounts DataRepublican flossen mindestens 625.000 Dollar aus diesem Arabella-Netzwerk an die Hauptbeteiligten der GTFO-ICE-Koalition.
- Darunter allein 300.000 Dollar an das Lincoln Project und somit das Umfeld von Steve Schmidt.
- Weitere 250.000 Dollar gingen an „One for Democracy“ und 75.000 Dollar an „Defeat by Tweet“ – beide Projekte stammen von Xander Schultz, dem Mitgründer von Miles Taylors Defiance.org.
- Zusätzlich wirbt Defiance.org selbst offen um monatliche Mitgliedschaften von bis zu 1.000 Dollar pro Person. Das Geld soll angeblich zu 100 Prozent direkt in „pro-democracy“-Projekte fließen.
Die andere Sicht: Taylor und seine Partner sehen GTFO ICE als notwendigen Widerstand. Sie wollen Bürger frühzeitig warnen, wenn neue Abschiebezentren geplant sind. Mit ihrer Mobilisierung wollen sie „inhumane Haftlager“ verhindern und die Demokratie schützen.
Warum das wichtig ist: Ein Ex-Sicherheitschef, der einst nationale Bedrohungen bekämpfen sollte, liefert nun einer Behörde unfreiwillig eine fertige Liste potenzieller linker Aktivisten. Das entlarvt nicht nur technische Schlamperei. Es zeigt vor allem die Kluft zwischen großen Worten und bitterer Realität. Am Ende profitiert ausgerechnet das US-Heimatschutzministerium von der „Resistance“. Welch Ironie, serviert auf dem Silbertablett.
Quellen:

