In drei Sätzen: Der ohnehin wegen Postenschachers beschuldigte Wiener Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck (ÖVP) sorgt für den nächsten handfesten Privilegienskandal. Die Kammer butterte unglaubliche 660.000 Euro in ein historisches Pförtnerhäuschen auf dem Areal von Schloss Hernstein. Ruck lässt sich dort auf 110 Quadratmetern ein exklusives Drittbüro finanzieren.
Auslöser: Interne Unterlagen der Wirtschaftskammer Wien (WKW), die von der Kronen Zeitung ans Licht gezerrt wurden. Die Akten enthüllen die schamlose Geldvernichtung im Schlosspark.
Wer sagt was:
- Die WKW-Buchhaltung rechtfertigt die Kostenlawine mit einer Aufsplittung: 220.000 Euro flossen in die Büroadaptierung, fette 440.000 Euro in die Sanierung des denkmalgeschützten Häuschens.
- Der geplagte Pflichtmitglieder-Unternehmer sieht fassungslos dabei zu, wie seine hart erarbeiteten Kammerbeiträge für den privaten Luxus-Rückzugsort eines ÖVP-Bonzen verpulvert werden, der ohnehin schon zwei Büros in Verwendung wären.
Sittenbild: Die Wirtschaftskammer Wien mietet das Pförtner-Domizil seit Ende 2022 für wohlfeile 1.500 Euro netto im Monat auf unbestimmte Zeit. Der Clou: Vermieterin ist die Schloss Hernstein Hotelbetriebsgesellschaft mbH – ein Laden, der über eine Zwischenholding komplett der WKW selbst gehört. Ruck schiebt das Geld also von der linken in die rechte Kammertasche.
Warum das wichtig ist: Während Wiens Kleinunternehmer unter der Rekordteuerung leiden und jeden Cent dreimal umdrehen müssen, gönnt sich die ÖVP-Kammerspitze feudale Landsitze auf Staatskosten. Es ist eine schamlose Verhöhnung des Steuerzahlers und aller Zwangsmitglieder, die dieses System mit ihren Beiträgen am Leben erhalten müssen.
Preishammer: 660.000 Euro für 110 Quadratmeter Nutzfläche. Das entspricht einem astronomischen Quadratmeterpreis von rund 6.000 Euro – nur für Sanierung und Möbel. Für diesen Preis bauen sich normale Familien im Land ein ganzes Einfamilienhaus samt Grundstück.
Zwischen den Zeilen: Erst im Mai feierte sich Ruck nach massiver Kritik wegen Postenschachers mit 99,18 Prozent beim ÖVP-Wirtschaftsbund als wiederauferstandener König. Nur einen Monat später fliegt ihm der nächste Skandal um die Ohren. Die Message des Kammer-Establishments ist klar: Uns ist die Optik völlig egal.
Die andere Sicht: Rucks Kammerapparat verweist gern auf den Denkmalschutz des Objekts.
Fazit: Wer ein drittes Büro im Schloss braucht, hat den Bezug zur Realität der Wirtschaft komplett verloren.
Der Kammer-Kaiser residiert im Schloss. Wo bleibt der Spritzwein?
Frank sagt:


