Das große Ganze: Die Brüsseler Behörde hat am vergangenen Freitag dem Rat die Pläne für das bisher größte Freihandelsabkommen der EU-Geschichte vorgelegt. Ziel ist ein weitreichender, aber nicht uneingeschränkter Zugang zum indischen Markt. Zusammen bilden EU und Indien einen Wirtschaftsraum von rund zwei Milliarden Menschen und etwa einem Viertel des globalen BIP. Brüssel drückt dabei massiv aufs Tempo, um die Zollschranken in Rekordzeit zu senken.
Zahlen auf einen Blick: Das Abkommen soll die wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem indopazifischen Raum auf eine neue Ebene heben:
- 180 Milliarden Euro: So hoch ist das aktuelle jährliche Handelsvolumen zwischen der EU und Indien bereits jetzt.
- 96 Prozent: Für diesen Anteil der EU-Warenausfuhren nach Indien sollen die Zölle künftig komplett wegfallen oder drastisch gesenkt werden.
- 4 Milliarden Euro: Diese Summe sollen sich europäische Exporteure durch den Wegfall der indischen Abgaben pro Jahr ersparen.
- 800.000 Arbeitsplätze: So viele Jobs in der Union hängen laut Kommissionsangaben derzeit direkt oder indirekt am Handel mit dem Subkontinent.
Unser Fokus war von Anfang an klar: sicherzustellen, dass Unternehmen und Bürger die greifbaren Vorteile dieses wegweisenden Freihandelsabkommens so schnell wie möglich spüren.
Maroš Šefčovič, EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit
Zwischen den Zeilen: Hinter dem Vorstoß steckt ein von EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič initiiertes „beschleunigtes Verfahren“. Während die EU-Bürokratie bei anderen Themen oft Jahre im Stillstand verharrt, will man hier angesichts geopolitischer Unsicherheiten Tatsachen schaffen. Der Rat muss nun die Unterzeichnung autorisieren; danach folgen das EU-Parlament und ein weiterer Ratsbeschluss zum förmlichen Abschluss. Indien muss ebenfalls ratifizieren, bevor das Abkommen in Kraft treten kann.
Die Brüsseler Apparatschiks entdecken plötzlich ihre Liebe zur Geschwindigkeit, wenn es um Milliarden-Deals geht.
Frank sagt:

