Auf einen Blick: Gaza Now speist aus Linz über 1,3 Millionen arabischsprachige Follower mit Heldenbildern von Hamas-Kämpfern. Die DPI stuft das Portal als Propagandamedium ein, gegründet von einem dort lebenden Aktivisten. Auf Englisch kommen knapp 200.000 dazu, im Feed steht Bildmaterial der Al-Qassam-Brigaden und anderer terroristischer Einheiten. Die US-Behörde OFAC führt für Mustafa Ayash, Gründer und Direktor von Gaza Now, die Adresse Wienerstrasse 20, 4020 Linz.
أسطورة عالمية، بطل دافع عن أرضه وشعبه حتى آخر نفس، عمره يزيد عن 61 عاماً، إنه القائد الشهيد يحيى السنوار.
— غزة الآن – Gaza Now (@nowgnna) October 18, 2024
A world legend, a hero who defended his land and people until his last breath, and he is more than 61 years old, he is the martyr leader Yahya Sinwar. pic.twitter.com/ld3yUN93aF
Worum es geht: Fundraising und Hamas-Narrative sitzen nicht nur in Berlin, London oder Mailand. Der DPI-Jahresbericht 2025 und die Aussendung vom 10. September 2026 machen Österreich zum Knoten: Europa diene der Hamas als Raum für Mittelbeschaffung, Rekrutierung, Propaganda und Vorbereitung. Gaza Now ist der österreichische Beleg dafür, nicht eine ferne Telegram-Randgruppe.
Zahlen auf einen Blick: Die DPI nennt Stand März bzw. Mai 2026 rund 1.333.000 Abonnenten auf einem arabischsprachigen Telegram-Kanal, etwa 160.000 auf einem zweiten arabischen Kanal und knapp 196.000 auf dem englischsprachigen. Das US-Finanzministerium und das Vereinigte Königreich setzten Gaza Now, Mustafa Ayash sowie Aozma Sultana mit den Firmen Al-Qureshi Executives und Aakhirah Limited am 27. März 2024 auf Sanktionslisten. Die Blockchain-Firma Chainalysis bezifferte den Zufluss auf den von OFAC und OFSI erfassten Krypto-Adressen auf knapp 4,5 Millionen Dollar.
- Arabisch, Kanal 1: rund 1.333.000 Abonnenten.
- Arabisch, Kanal 2: rund 160.000 Abonnenten.
- Englisch: knapp 196.000 Abonnenten.
- Sanktionspaket: zwei Personen, drei Entitäten, koordiniert USA und Vereinigtes Königreich.
Ausgangslage: Mustafa Moien Mahmoud Ayyash, auch Ayash geschrieben, wurde am 18. September 1992 im Lager Nuseirat geboren und gilt in US- und britischen Dokumenten als Gründer und Direktor von Gaza Now.
- OFAC listet einen österreichischen Reisepass (K1332951) und eine österreichische Identitätsnummer.
- Die DPI hält fest, dass Ayyash vor seiner Verhaftung in Linz lebte und 2024 in den USA und im Vereinigten Königreich wegen des Vorwurfs der Terrorismusfinanzierung für die Hamas auf Sanktionslisten gesetzt wurde.
Der Konflikt: Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 startete Gaza Now laut US-Finanzministerium Spendenkampagnen zugunsten der Hamas. OFAC stuft Gaza Now nach Executive Order 13224 als Organisation ein, die Hamas materiell, finanziell oder technologisch unterstützt habe. Ayash wurde nicht wegen eines einzelnen Postings gelistet, sondern weil er Gaza Now besitze oder kontrolliere.
Das Finanzministerium bleibt entschlossen, der Hamas die Mittel für ihre terroristischen Aktivitäten zu nehmen – auch über Online-Spendenkampagnen, die Geld direkt an die Gruppe schleusen sollen.
Brian E. Nelson, Unterstaatssekretär des US-Finanzministeriums für Terrorismus und Finanzaufklärung
Wer sagt was: Das britische Schatzamt nennt Gaza Now eine Nachrichtenagentur, die die Terrorgruppen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad bewirbt, und verhängte gegen Ayash und Sultana einen vollen Vermögensfreeze.
- OFAC schreibt, Sultana und ihre zwei Firmen hätten Gaza Now Tausende Dollar gegeben und das Portal kurz nach dem 7. Oktober als Partner einer gemeinsamen Sammelaktion beworben.
- Die DPI ergänzt den Inhalt: Gaza Now heroisierte Al-Qassam-Kämpfer, verunglimpfte die israelische Armee und israelische Politiker und verbreitete auch Material der Saraya al-Quds und der Mudschaheddin-Brigaden.
Zwischen den Zeilen: Die britische Schatzministerin Baroness Vere sagte, London und seine Partner würden Finanzquellen für Hamas und PIJ kappen und gegen jene vorgehen, die das britische Finanzsystem ausnützten.
- Gleichzeitig verkauft sich Gaza Now als Nachrichtenportal und humanitäre Stimme.
- Genau diese Doppelstruktur beschreibt die DPI bei der Hamas insgesamt: Terrororganisation, bewaffnete Gruppe, Partei und Wohlfahrtsakteur. Die Tarnung ist das Geschäftsmodell.
Kein Zufall: Die DPI erinnert daran, dass die Hamas 1987 als palästinensischer Ableger der Muslimbruderschaft entstand und in Europa als Terrororganisation gelistet ist. Seit dem 7. Oktober 2023 beobachtet die Stelle eine Mobilisierung von Sympathisanten, die islamistische Narrative der Gruppe verbreiten und sie zur „legitimen Widerstandsgruppe“ umdeuten. Gaza Now ist in diesem Bericht kein Randdetail, sondern das österreichische Beispiel.
Warum das wichtig ist: Ein Kanal mit mehr als 1,3 Millionen arabischsprachigen Abonnenten, betrieben aus einer Linzer Adresse auf der OFAC-Liste, verschiebt die Landkarte. Wer Hamas-Propaganda nur in Gaza oder in Berliner Hinterzimmern sucht, übersieht den europäischen Verteiler. Die DPI schreibt ausdrücklich, dass zivilgesellschaftliche Netzwerke in Europa diese Narrative übernehmen und die Einstufung der Hamas als Terrororganisation nicht anerkennen.
Die andere Sicht: Ayyash bestreitet die Vorwürfe. Al Jazeera berichtet, Österreich werfe dem Gründer von Gaza Now Hamas-Finanzierung vor, nachdem das Portal um Spenden für humanitäre Zwecke in Gaza geworben habe. Er weise die Anschuldigung zurück. Gaza Now stellte sich als unabhängiges palästinensisches Medium dar.
Ausgangslage, zweiter Akt: Am 19. September 2025 wurde Ayyash am Flughafen Amsterdam-Schiphol festgenommen.
- Ein Amsterdamer Gericht billigte im November 2025 die Auslieferung nach Österreich. Die niederländischen Richter prüften nicht die Schuldfrage, sondern die Voraussetzungen des europäischen Haftbefehls der Linzer Staatsanwaltschaft. Die DPI notiert Festnahme in den Niederlanden und anschließende Auslieferung. Junge Welt berichtete Mitte November 2025 von der Überstellung nach Linz.
Wer sagt was, zweiter Durchgang: Die DPI hält fest, die Linzer Staatsanwaltschaft werfe nicht nur Terrorismusfinanzierung vor, sondern auch die Verbreitung einschlägigen Materials. Das US-Schatzamt hatte Ayash und Gaza Now zuvor als zentrale Finanzhelfer bezeichnet, die nach dem 7. Oktober Spenden für die Hamas organisiert hätten. Chainalysis dokumentierte, dass die in der Sanktionsliste genannten Adressen knapp 4,5 Millionen Dollar in Krypto erhalten hatten. Israels Behörde gegen Terrorfinanzierung hatte bereits im Jänner 2024 eine Beschlagnahmeanordnung zu Gaza-Now-Adressen veröffentlicht.
- 7. Oktober 2023: Nach dem Hamas-Massaker in Israel erfolgte eine Spendenkampagnen von Gaza Now laut US-Treasury.
- 27. März 2024: Koordinierte Sanktionen von OFAC und britischem Treasury gegen Gaza Now, Ayash, Sultana und zwei Firmen.
- 2024: DPI: Ayyash in den USA und im Vereinigten Königreich gelistet, später Festnahme und Auslieferung 2025.
- 10. September 2026: DPI-Aussendung nennt Gaza Now als Propagandamedium aus Linz mit über 1,3 Millionen und knapp 200.000 Followern.
Zwischen den Zeilen: MEMRI dokumentierte schon im Dezember 2023, dass Gaza Now Inhalte zugunsten der Hamas und anderer Fraktionen des 7. Oktober verbreitete, Al-Qassam-Material teilte und Krypto-Spenden „zur Unterstützung der Gazaner“ eintrieb. Darüber hinaus wurde festgehalten, dass der Sohn eines getöteten Hamas-Führers habe Ayash öffentlich bezichtigt, Spenden zu unterschlagen.
Was fehlt: Am 26. Februar 2025 lehnten ÖVP, SPÖ, NEOS und Grüne den FPÖ-Antrag für ein Verbotsgesetz gegen den politischen Islam ab, während Bundeskanzler Christian Stocker später ein Verfassungsgesetz gegen denselben politischen Islam ankündigte. Die Adresse in Linz und der Millionenkanal passen in diese Lücke: Propaganda und Sanktionsfall waren dokumentiert, das Verbotsgesetz blieb Parteitaktik.
Warum das wichtig ist: FoB News hat das Muster schon an anderen österreichischen Knoten beschrieben, etwa beim Wiener Verein Dar al Janub, dem die DPI Verbindungen zur Hamas und die Übernahme von Hamas-Propaganda nach dem 7. Oktober zuschrieb. Udo Landbauer nannte nach einem früheren DPI-Jahresbericht Hamas und Hisbollah als verlängerten Arm islamistischer Terrororganisationen mitten in Österreich. Gaza Now ist die digitale Steigerung: nicht Sticker in einer Seitengasse, sondern Heldenbilder der Kassam-Brigaden in siebenstelliger Reichweite.
Der DPI-Jahresbericht dokumentiert die Professionalisierung und Diversifizierung von Akteuren des Politischen Islams. Die liberalen Demokratien in Europa müssen sich dieser Herausforderung stellen.
Lisa Fellhofer, Direktorin der Dokumentationsstelle Politischer Islam
Worauf es jetzt ankommt: DPI-Direktorin Lisa Fellhofer verlangt verstärkte Zusammenarbeit in Österreich und Europa, weil diese Netze digital und analog zugleich laufen. FoB News als Leitmedium gegen den politischen Islam in Europa beginnt nicht bei der Floskel Pressefreiheit. Wir liefern die Linzer Adresse, die 1,3 Millionen Follower und das Heldenbild der Hamas-Kämpfer.
Unterm Strich: Gaza Now ist das Portal mit österreichischer Adresse, das Al-Qassam-Kämpfer heroisierte und nach dem 7. Oktober laut Washington Spenden für die Hamas eintrieb. 1,3 Millionen arabischsprachige Follower, knapp 200.000 englischsprachige, Linz auf der OFAC-Liste. Das ist kein Missverständnis über Journalismus. Das ist der europäische Lautsprecher einer als Terrororganisation gelisteten Bewegung.
Die Helden der Hamas haben eine Linzer Adresse: 1,3 Millionen schauen zu.
Frank sagt:
