Rucks Schlosstraum platzt

14,5 Millionen Euro Gewinn für Benko, die Zeche zahlen die Unternehmer.

Redaktion
Walter Ruck - SEPA Media - Michael Indra - FoB Style

Walter Ruck „residiert“ im luxuriösen Schloss Hernstein, während die Wiener Unternehmer die Zeche für seine Millionen-Fehlentscheidungen zahlen. Während Ruck in seinem Schlossbüro bei Whiskey und Zigarren entspannt, kämpfen Wiens Betriebe mit einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. Doch der wahre Skandal liegt in den dubiosen Immobiliendeals mit der Signa-Gruppe.

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Der Auslöser: Berichte über ein privates Schlossbüro im Portierhaus von Hernstein und fragwürdige Immobiliendeals mit der Signa-Gruppe sorgen für massive Unruhe in der Wiener Wirtschaft. Die Opposition fordert nun lückenlose Aufklärung über die Kosten und die rechtliche Grundlage dieser elitären Rückzugsorte.

Wer sagt was:

  • Walter Ruck, Präsident des Wirtschaftsbundes Wien: „Verstehen Sie, dass Optik ein sachfremdes Motiv ist?“
  • Andreas Bussek, Vizepräsident der Freiheitlichen Wirtschaft Wien: „[…] das ist an Abgehobenheit kaum zu überbieten“.
  • Udo Guggenbichler, Wirtschaftssprecher der FPÖ-Wien: „Die Kammerumlagen der Unternehmer sind kein Selbstbedienungsladen […]“.

Das Sittenbild: In einem Geflecht aus Wirtschaftsbund und Sozialversicherung schien der Wiener Kammerchef unantastbar zu sein. Doch der Wind hat sich gedreht, da selbst treue Verbündete die schiefe Optik der Schlossherrn-Allüren nicht mehr decken wollen.

Zwischen den Zeilen: Die Details der Immobilienverkäufe an René Benko werfen Fragen auf.

  • Die WKW verzichtete beim Verkauf der Objekte am Rudolf-Sallinger-Platz und in der Berggasse auf eine notwendige Wertsicherungsklausel.
  • Signa konnte die Gebäude bereits kurz nach dem Abschluss mit einem massiven Aufschlag von rund 14,5 Millionen Euro an Dritte weiterreichen.
  • Kritiker monieren den Tausch des traditionsreichen Palais gegen ein teures und schlecht geplantes Mietobjekt als neues Hauptgebäude.

Follow the money: Die neue WKW-Zentrale am Praterstern kostete die Kammer stolze 121,472 Millionen Euro. Im Gegenzug verkaufte man das Palais Festetics für 18,159 Millionen Euro und das Gewerbehaus für 17,504 Millionen Euro an Signa. René Benko erzielte durch den sofortigen Weiterverkauf einen Gewinn von 14,5 Millionen Euro.

Was bleibt über: Wer Verantwortung predigt, aber Verschwendung lebt, hat an der Spitze der Wirtschaftskammer Wien nichts mehr verloren.

Warum das wichtig ist: Wenn Millionenbeträge an Mitgliederbeiträgen durch intransparente Verträge versickern, wird das Vertrauen in die Wirtschaftskammer Wien zerstört. Dieser Skandal markiert den notwendigen Bruch mit einer politischen Kultur, die Postenschacher und Immobiliengeschäfte im Hinterzimmer als Normalität begreift.

Quellen:

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