In drei Sätzen: Mit der Veröffentlichung von angeblich 94 FPÖ-Verflechtungen im ersten Halbjahr 2026 betreibt die linke NGO „SOS Mitmensch“ keine sachliche Aufklärung, sondern eine private Schnüffelchronologie gegen gewählte Mandatare. Dass sich hier eine linke Vorfeldorganisation anmaßt, die Aufgaben des Verfassungsschutzes zu übernehmen und gewählte Politiker vorzuführen, hinterlässt einen extrem faden Beigeschmack. Diese Form der organisierten, medialen Gesinnungskontrolle erinnert fatal an die dunkelsten Kapitel der DDR-Stasi-Willkür.
Worum es geht: Akribisch wie Briefmarkensammler wurden über Jahre hinweg Social-Media-„Likes“, die Anwesenheit bei Sonnwendfeiern und bezahlte Inserate in Alternativmedien katalogisiert.
Nachrichtendienst-Flair für Amateure: Die „Beweiskette“ des 158-seitigen Dossiers hat bereits Statirecharackter. Ein Abgeordneter, der beim Bäcker hinter einem Identitären in der Schlange steht, gilt da wahrscheinlich schon als „ideologische Querverbindung im völkischen Raum“.
- Der „Like“-Detektiv: Das bloße Drücken eines Gefällt-mir-Buttons auf Instagram wird zum sicherheitspolitischen Skandal hochstilisiert.
- Kontaktschuld per Gesetz: Wer auf demselben Begräbnis wie ein Burschenschafter gesichtet wird, wandert automatisch in die Kartei.
- Inseratenverfolgung: Das Schalten von Inseraten in legalen, zugelassenen Medien wird als finanzielle „Machtbrücke“ für den Extremismus geframt.
Eine Frage der Perspektive: Eine saubere medienrechtliche Trennung zwischen valider Kritik und konstruiertem Framing findet im Dossier schlicht nicht statt. Wer einmal einen Facebook-Beitrag geliked oder auf einer Podiumsdiskussion im selben Raum geatmet hat, wird in bester Detektiv-Manier zur „brandgefährlichen Verflechtung“ hochstilisiert. Mit seriöser Recherche hat diese paranoide Kontaktschuld-Mathematik jedenfalls nichts mehr zu tun.
Fazit: Es bleibt ein bitterer Geschmack zurück. Wer so viel Energie in die Überwachung von Mandataren steckt, sollte sich eigentlich direkt bei der Exekutive bewerben. Das wird in der Realität allerdings schwergehen, wenn man dafür nicht den passenden schwarzen Background mitbringt.

