Auf einen Blick: Eine aktuelle parlamentarische Beantwortung aus dem Landwirtschaftsministerium von Norbert Totschnig (ÖVP) offenbart einen blinden Fleck bei der Entsorgung von Windradschrott, da das Ministerium keine spezifischen Mengen erfassen kann. Während der Ausbau politisch forciert wird, bleibt die bürokratische Kontrolle über die tatsächliche Entsorgung auf der Strecke.
Worum es geht: Abgeordneter Alois Kainz (FPÖ) verweist auf über 1.400 installierte Anlagen und die problematischen Rotorblätter aus glasfaserverstärkten Kunststoffen:
- Diese Verbundstoffe lassen sich kaum recyceln.
- Die Anfrage zielt auf die Einhaltung des Abfallwirtschaftsgesetzes und die Kontrolle der Entsorgungswege ab.
- Berichte über illegale Entsorgungspraktiken in der Branche setzen das Ministerium unter Druck.
- Kainz fordert Transparenz über Exportmengen und die stoffliche Verwertung im Inland, da die bisherige Praxis der Zerkleinerung und Deponierung ökologisch fragwürdig bleibt.
Das große Ganze: Die Antwort von Minister Totschnig ist ein Offenbarungseid der Bürokratie. Das elektronische Datenmanagement der Abfallwirtschaft (EDM) erlaubt keine Zuordnung der Abfälle zu abgebauten Windkraftanlagen.
- 72 Prozent Beton: Dieser Massenanteil wird ohne spezifischen Bezug zur Windkraft in der allgemeinen Baustoffstatistik geführt.
- 1.800 Tonnen Export: Allein in den Jahren 2018 und 2020 wurden diese Mengen an Rotorblättern zur Zerkleinerung nach Deutschland verbracht.
- 0,1 Prozent Gefahr: Der Anteil an gefährlichen Abfällen wie SF6-Gas oder Altöl wird vom Ministerium als marginal eingestuft.
Die andere Sicht: Das Ministerium blockt bei kritischen Fragen zur Lebensdauer und zum Weiterverkauf ab. Hier wird auf die Unzuständigkeit verwiesen.
- Es gibt keine detaillierten Daten darüber, wie viele Anlagen tatsächlich ein zweites Leben im Ausland erhalten oder illegal gelagert werden.
- Die geplante Einführung einer eigenen Schlüsselnummer für Rotorblätter ist ein spätes Eingeständnis der bisherigen Intransparenz.
- Bisherige Exporte in deutsche Zementwerke deklariert das Ressort als ökologisch unbedenklich, ohne eigene österreichische Kapazitäten für diese Verbundstoffe zu benennen.
Warum das wichtig ist: Wenn der Staat den Ausbau einer Technologie erzwingt, aber die Entsorgungsfolgen statistisch nicht erfasst, entzieht er sich der parlamentarischen Kontrolle.
Ohne Datenkontrolle bleibt die Windkraft eine Entsorgungslüge.
Frank sagt:

