Kanzlers fremde Federn

Basiseffekt treibt Inflationsrückgang – Kanzler Stocker feiert trotzdem.

Christian Stocker - Sepa Media - Michael Indra - Runwayml FoB AI
Redaktion
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In drei Sätzen: Kanzler Christian Stocker (ÖVP) lässt sich auf Social Media für eine Inflationsrate von 2 Prozent im Jänner 2026 feiern. Tatsächlich hat die Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS jedoch kaum eigene Impulse gesetzt, um die Teuerung aktiv zu bekämpfen. Der Rückgang ist primär auf den sogenannten Basiseffekt zurückzuführen, da die extrem hohen Preissteigerungen des Vorjahres nun statistisch aus der Berechnung fallen.

Der Auslöser: Wenn in einem Vorjahresmonat (hier Jänner 2025) ein einmaliger Preissprung stattfand – in Österreich vor allem durch das Auslaufen der Strompreisbremse –, dann liegt die Vergleichsbasis extrem hoch. Selbst wenn die Preise im aktuellen Monat (Jänner 2026) stabil bleiben oder nur leicht steigen, wirkt die Inflationsrate dadurch automatisch niedriger, weil man von einem sehr hohen Ausgangswert ausgeht.

Zwischen den Zeilen: Der starke Rückgang der Inflationsrate von etwa 4 % (Ende 2025) auf 2,0 % im Jänner 2026 ist maßgeblich durch diesen Basiseffekt – vor allem bei Energie – getrieben, und nicht durch eine plötzliche Entspannung bei der Teuerung. Deshalb ist der Wert zwar real, aber nur bedingt ein Verdienst aktueller Politik.

Wer sagt was: „Die Inflation ist im Jänner auf exakt 2,0 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit über einem Jahr. Damit ist das erste Ziel meiner 2-1-0-Formel erreicht“, meint der Kanzler aktuell in seinem Video auf X.

Realität: Der Nationalratsabgeordnete Jakob Schwarz (Grüne) prophezeite schon Anfang Dezember des Vorjahres den „Erfolg“ der Dreierkoalition in der Inflations-Bekämpfung im Jänner 2026: Er erklärte auf Instagram sehr gut die Bedeutung des Basiseffekts. Darüber hinaus auch, dass das Handeln der Bundesregierung mit der garantiert kommenden Senkung der Inflation fast nichts zu tun hat.

Das Sittenbild: Kanzler Christian Stocker setzt sich unverfroren vor eine Inszenierung und lobt sich für etwas, das wohl kaum sein Verdienst ist.

Warum das wichtig ist:  Die Österreicher wollen nicht mehr länger auf den Arm genommen werden. Zum Glück gibt es nun tatsächlich unabhängige Medien, die eine derart peinliche Polit-Show des Kanzlers als solche auch aufdecken.

Quelle: Christian Stocker auf X

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