In drei Sätzen: In der ohnehin extrem angespannten Situation um die Energie-Versorgung Deutschlands und Österreichs alarmiert nun die Exekutive und Nachrichtendienste ein Angriff auf die wichtige TAL-Ölpipeline von Triest über Österreich nach Süddeutschland: Ein politisches Motiv für den Anschlag auf eine Pumpstation südlich vom Plöckenpass gilt als wahrscheinlich. Die Pipeline konnte nun wieder repariert werden – ein Komplettausfall hätte zu Problemen bei der Treibstoff-Versorgung in Deutschland und Teilen Österreichs geführt.
Der Auslöser: Es war ein gezielter Angriff auf die Stromversorgung einer Pumpstation nahe dem Ort Terzo di Tolmezzo in der Region Friaul-Julisch Venetien. Die Folgen des Anschlags waren unmittelbar spürbar, berichtet das Magazin POLITICO aktuell: Die Treibstoff-Versorgung der MiRO-Raffinerie bei Karlsruhe – der größten Raffinerie Deutschlands – wurde für drei Tage vollständig unterbrochen, es musste auf die Lagerbestände zurückgegriffen werden. Auch die Bayernoil-Raffinerie mit Standorten in Neustadt und Vohburg war betroffen und musste die Produktion mithilfe eigener Reserven aufrechterhalten.
Zwischen den Zeilen:
- Die TAL-Pipeline führt vom Hafen Triest in der Bucht von Muggia über Tolmezzo, Terzo, Lienz, Jochberg, Kitzbühel und Kufstein nach Ingolstadt und von dort nach Karlsruhe, sie ist eine von vier zentralen Ölversorgungsleitungen Deutschlands.
- Die Leitung hat eine Länge von insgesamt 465 Kilometer, die Rohre haben Durchmesser von 1,016 Meter.
- Im April 2022 hatten Aktivisten der Letzten Generation versucht die Pipeline zu sabotieren. Sie drangen in die Schieberstation Niederambach bei Freising ein und konnten aufgrund eines ausgelösten Alarms von der Polizei festgenommen werden.
- Bei Würmlach in Kärnten zweigt die Adria-Wien-Pipeline (AWP) der OMV zur Raffinerie Schwechat ab und an der Pumpstation Steinhöring geht die Leitung der OMV zur Raffinerie Burghausen.
Das große Ganze: Süddeutschland, aber auch Österreich wären von einer langfristigen Störung der TAL-Pipeline massiv betroffen gewesen: Hätte die Sabotageaktion massivere Schäden verursacht, wären Millionen von Menschen von rasch spürbaren Versorgungsengpässen betroffen gewesen – zu den Lieferschwierigkeiten aufgrund des aktuellen Nahost-Kriegs und der schon länger anhaltenden Stornierung der russischer Energie-Lieferungen hätten große Raffinerien in Deutschland und die OMV-Raffinerien in Schwechat und Burghausen ihre Produktion einstellen müssen.
Link:
Bericht in Politico
