In drei Sätzen: Die bisherige Oppositionspartei TISZA hat die Parlamentswahl in Ungarn am Sonntag für sich entschieden: Nach Auszählung von mehr als 98 Prozent aller Stimmen kam die Partei auf 138 Sitze, TISZA hätte damit eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Viktor Orbán gratulierte dem Wahlgewinner Péter Magyar. Der Milliardärs-Sohn und NGO-Finanzier Alexander Soros formulierte seine Zufriedenheit mit diesem Wahlausgang auf X – auch Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) jubelte über die Abwahl Orbáns.
Der Auslöser: Nach Auszählung der Stimmzettel in 98,13 Prozent der Wahllokale kommt Tisza auf 138 von 199 Mandaten im Parlament. Wahlsieger Magyar ließ sich von tausenden Anhängern am Budapester Donauufer feiern. Die Tisza-Partei ist eine relativ junge, zentrum-rechts- bis konservativ-liberale Bewegung, die 2020 gegründet wurde, aber erst durch Péter Magyar im Frühjahr 2024 richtig Aufwind bekam. Magyar, ein ehemaliger Fidesz-Insider (er war lange in Orbáns Umfeld aktiv, etwa als Diplomat und in staatsnahen Positionen), hat die kleine Partei übernommen und zu einer breiten Anti-Orbán-Bewegung umgebaut.
Wer sagt was:
- Péter Magyar (Tisza-Parteichef, Wahlgewinner): „“Gemeinsam haben wir das Orban-System abgewählt, gemeinsam haben wir Ungarn befreit.“
- Viktor Orbán (16 Jahre lang Ministerpräsident Ungarns): „Die Niederlage ist schmerzvoll. Was auch immer kommt, wir werden auch in der Opposition der Heimat dienen.“
- Alexander Soros (Milliardärs-Sohn, Unternehmer und Förderer linker NGOs): „Das Volk von Ungarn hat sein Land zurückerobert! Eine klare Zurückweisung der fest verwurzelten Korruption und ausländischen Einmischung.“
- Elon Musk (X- und Tesla-Boss) konterte auf Soros: „*Soros Organization has taken over Hungary.“
- Ursula von der Leyen (EU-Kommissionspräsidentin): „Ungarn hat Europa gewählt. Europa hat immer Ungarn gewählt. Ein Land kehrt auf seinen europäischen Weg zurück. Die Union wird stärker.“
- Beate Meinl-Reisinger (Österreichs Außenministerin, NEOS): „Eine Richtungsentscheidung für ganz Europa, weg von Korruption und russischer Einflussnahme.“
- Michael Ludwig (Bürgermeister von Wien, SPÖ): „Die Wahl in Ungarn ist ein starkes Signal für Europa. Eine historische Wahlbeteiligung zeigt, wie sehr den Menschen Demokratie, Mitbestimmung und die Zukunft unseres Kontinents am Herzen liegen. Ich gratuliere Peter Magyar zum Wahlerfolg.“
- Andreas Babler (Vizekanzler und Medienminister, SPÖ): „Viktor Orbáns Regime bedeutete Korruption, Mediengleichschaltung, Menschenrechtsverletzungen und den Abbau von Arbeitnehmerrechten. Nach 16 Jahren Systemumbau ist Orbán endlich abgewählt.“
- Wolodymyr Selenskyj (Präsident der Ukraine): „Herzlichen Glückwunsch an Péter Magyar und die TISZA-Partei zu ihrem überwältigenden Sieg. Es ist wichtig, wenn ein konstruktiver Ansatz siegt. Die Ukraine hat immer gute nachbarschaftliche Beziehungen zu allen in Europa angestrebt, und wir sind bereit, unsere Zusammenarbeit mit Ungarn voranzutreiben. Europa und jede europäische Nation müssen stärker werden, und Millionen von Europäern streben nach Zusammenarbeit und Stabilität.“
Das Sittenbild: Globalisten und linke Politiker feiern, weil Orban verloren hat – das sagt ziemlich viel. Ungarn hat eben die Tore für dieselben Leute geöffnet, die bereits den Rest Europas mit ihren politischen Entscheidungen scher beschädigt haben. Dass Péter Magyar in der Partei von Viktor Orbán Karriere gemacht hat und jahrelang mit Orbáns Ex-Justizministerin Judit Varga verheiratet war, dürfte sich erst langsam herumsprechen.
Das große Ganze: Wolodymyr Selenskyj gratulierte sofort dem ungarischen Wahlgewinner Péter Magyar – der Wahlsieg dürfte nun die Blockade Ungarns für den umstrittenen 90-Milliarden-Kredit der EU für die Ukraine beenden. Bitter für Österreich: Kanzler Christian Stocker (ÖVP) sagte bereits zu, dass die österreichischen Steuerzahler einen Teil der Haftung für diesen Kredit – 2,5 Milliarden Euro – übernehmen. Dass diese Summen je zurückgezahlt werden, darf bezweifelt werden.
Quelle:
Bericht zur Wahl in Ungarn auf n-tv
Alexander Soros auf X

