Chinas teurer Iran-Poker

China nutzt seine Ölkäufe als Hebel gegen Trumps neue Zoll Drohungen.

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Fass ohne Boden. Investigative Rechercheplattform. Erbarmungslos. Faktentreu. Steil. #Investigativ #Politik #Intelligence #Sicherheit
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Xi Jinping - White House - Runway FoB AI

In drei Zeilen: Präsident Donald Trump reist diese Woche nach Peking, um von Xi Jinping den roten Teppich und wirtschaftliche Zugeständnisse einzufordern. Doch die Realität ist grau: Chinas massive Abhängigkeit von iranischem Öl und Trumps eskalierender Iran-Krieg belasten das Verhältnis massiv. Während Trump auf medienwirksame Gesten setzt, nutzt Xi die blockierten Handelswege im Persischen Golf strategisch aus, um die USA bei den Verhandlungen unter Druck zu setzen.

Der Auslöser: Trump reist für drei Tage nach China, um einen neuen Deal zu erzwingen, während der Iran-Krieg die globalen Märkte erschüttert. Die Hoffnung, Peking würde die Straße von Hormus freikämpfen, erwies sich als diplomatische Sackgasse. China denkt nicht daran, seine wichtigste Ölquelle für US-Interessen zu opfern.

Wer sagt was:

  • „Er wird mich fett umarmen, wenn ich ankomme“, tönte Trump (Präsident, Republikaner) noch vor Wochen auf Social Media.
  • Jonathan Czin (Ex-Direktor China im Nationalen Sicherheitsrat) dämpft die Erwartungen: „Selbst vor diesem ganzen Iran-Konflikt wäre es kein ‚Staatsbesuch-Plus‘ wie beim letzten Mal geworden“.
  • White-House-Sprecherin Anna Kelly hält dagegen: „Der Präsident liefert immer Ergebnisse für unser Land“.

Das Sittenbild: 2017 durfte Trump noch im Kaiserpalast dinieren, heute muss er froh sein, wenn Xi ihm mehr als ein kühles Händeschütteln gewährt. Damals gab es Kinderchöre und Paraden, heute gibt es Streit um Sojabohnen und seltene Erden. Der „Dealmaker“ trifft auf einen „Kaiser“, der genau weiß, dass Trump innenpolitisch wegen der Wirtschaft unter Druck steht.

Das große Ganze: Das Verhältnis der beiden Supermächte ist eine Fassade aus Schmeicheleien, hinter der ein brutaler Verteilungskampf tobt.

  • Energie-Abhängigkeit: China ist der größte Abnehmer von iranischem Öl und wird diese Lebensader nicht für Washington kappen.
  • Handels-Trümmerhaufen: Von den 2020 versprochenen 200 Milliarden Dollar an Handelsdeals kam fast nichts in den USA an.
  • Strategische Kühle: Xi hat seine eigenen Reihen gesäubert und setzt nun auf kühle Machtpolitik statt auf persönliche Männerfreundschaften.

Schizophrenie der Ziele

  • Fakt: Trump fordert von China Hilfe gegen den Iran, droht dem Land aber gleichzeitig mit massiven globalen Zöllen.
  • Analyse: Man kann den größten Handelspartner nicht gleichzeitig als Retter in der Energiekrise und als wirtschaftlichen Staatsfeind Nummer eins behandeln.
  • Warum wichtig: Dieser Zickzack-Kurs macht die USA unberechenbar und treibt China nur noch tiefer in die Arme von Teheran.

Zwischen den Zeilen:

  • Midterm-Falle: China spielt auf Zeit und wartet die US-Zwischenwahlen ab, um die maximale Härte am Verhandlungstisch auszuspielen.
  • Symbolik vs. Substanz: Während Trump die „große Inszenierung“ schätzt, konzentriert sich Peking auf den Abbau der US-Dominanz im pazifischen Raum.
  • Öl-Frieden: Die aktuelle, fragile Waffenruhe im Iran basiert auf der Zurückhaltung Chinas, die eigene Wirtschaft vor dem Kollaps zu schützen.

Follow the money: Trump verkaufte 2017 stolz Deals im Wert von 250 Milliarden Dollar – das meiste davon waren unverbindliche Absichtserklärungen, die nie unterzeichnet wurden. Aktuell sinkt das chinesische Wachstum, und Peking reagiert auf US-Zolldrohungen mit dem Stopp von Soja-Importen. Hier wird nicht mit Ideologie gekämpft, sondern mit dem Geldbeutel der amerikanischen Farmer.

Die andere Sicht: Finanzminister Scott Bessent versucht zu beruhigen und erwartet „große Stabilität“ in der Beziehung. Man könne das Handelsdefizit senken, ohne den Dialog abreißen zu lassen. Für die Optimisten im Weißen Haus ist die schiere Anzahl der geplanten Treffen – vier Stück in acht Monaten – bereits ein diplomatischer Sieg.

Warum das wichtig ist: Wenn dieser Gipfel scheitert, droht eine Kettenreaktion: Ein explodierender Ölpreis durch die Iran-Krise und ein erneuter Handelskrieg mit China könnten die US-Wirtschaft pünktlich zu den Wahlen in die Knie zwingen. Trump braucht den Erfolg in Peking dringender als Xi. Daher gilt es das Treffen abzuwarten, der US-Präsident überrascht gerne seine Verhandlungspartner.

Quellen: apnews.com

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