Auf einen Blick: Der Verkauf des sozialen Wohnbaus in Wiener Neustadt gerät zur bitteren Abrechnung mit jahrzehntelangem Politversagen. Während Bürgermeister Klaus Schneeberger den Ausverkauf von 1.646 Gemeindewohnungen schönredet, beweist Investor Michael Tojner echten Unternehmergeist. Er greift bei den besten Filetstücken der Stadt zu und zeigt, wie man aus verfehlter Kommunalpolitik knallhart Kapital schlägt.
Was neu ist: Am Montag wurde der bisher größte Immo-Deal der Stadt bekannt.
- Der Investor Michael Tojner steigt über seine WertInvest WieNeu GmbH und Partner groß ein und übernimmt zum 1. September 2026 den massivsten Brocken von 1.242 Wohneinheiten.
- Damit sind bereits 1.357 der insgesamt 1.646 zum Verkauf stehenden Wohnungen an neue Eigentümer übergeben.
- Tojner sicherte sich „Gustostücke“ der Stadt, darunter den Gustav-Kraupa-Hof, den Etrich-Hof und das Schärf-Hochhaus.
Das große Ganze: Die Misere ist das Lehrstück eines kolossalen Systemversagens der etablierten Parteien.
- 2007 lagerte die damalige SPÖ-Stadtregierung 2.192 Gemeindewohnungen in die stadteigene Tochtergesellschaft IFP aus, um 81 Millionen Euro auf dem Papier zu verschieben.
- Die Quittung für das jahrelange Wegsehen folgt jetzt unter der ÖVP: Ein Investitionsrückstau, 500 leerstehende Wohnungen, ein jährliches Loch von vier Millionen Euro und ein endfälliger 53-Millionen-Euro-Kredit, der 2034 fällig wird.
Zwischen den Zeilen: Schneeberger versucht den Ausverkauf als Erfolg zu verkaufen und jubelt, das Projekt laufe „besser als geplant“.
- In Wahrheit rettet nur der Einstieg potenter Privatinvestoren wie Tojner die Stadt vor dem finanziellen Totalschaden.
- Während Kritiker vor den Bauten wirkungslos Mahnwachen abhalten und die bunte Koalition aus ÖVP, SPÖ und FPÖ an der Causa fast zerbricht, setzt der Markt vollendete Tatsachen.
Wer sagt was:
- Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) verteidigt den Schritt: „Investitionen in den Gemeindebau aus dem Stadtbudget sind aufgrund der wirtschaftlichen Lage derzeit nur eingeschränkt möglich. Darüber hinaus verhindern hohe Belastungen aus Darlehen eine positive Weiterentwicklung. Und drittens gibt es eine massive Belastung des Stadtbudgets durch geringere Mieteinnahmen aufgrund von Leerständen.“
- Zum Verkaufsfortschritt meint er trocken: „Es sind nur noch wenige Wohnungspakete übrig und die Verhandlungen dazu sind im Finale.“
Warum es wichtig ist: Die Stadt liefert den Beweis, dass die öffentliche Hand nicht wirtschaftlich verwalten kann, während erfahrene Unternehmer wie Tojner pragmatisch dort Chancen nutzen, wo die Politik krachend gescheitert ist. Über den Kaufpreis hüllen sich alle Beteiligten bis zum Herbst in Schweigen.
Die SPÖ hat den Grundstein gelegt, die ÖVP verhökert das Inventar und Investor Michael Tojner macht in Wiener Neustadt das Geschäft seines Lebens.
Frank sagt:

