Auf einen Blick: Die spanische Polizei hat zwei Schlepperbanden zerschlagen, die Migranten aus Ceuta auf die Halbinsel bringen. Ein Schlepper kassiert bis zu 9000 Euro pro Flüchtling. In kleinen Booten schleppt die Mafia die Illegalen nach Spanien.
Worum es geht: Die Nationale Polizei hat zwei Organisationen zerschlagen, die illegal Migranten von Ceuta auf die iberische Halbinsel transportierten. Beiden wird Menschenhandel vorgeworfen.
Die Ermittler stellten fest: „la ausencia de chalecos salvavidas“, fehlende Signal- und Rettungsmittel sowie Passagiere mit geringer oder keiner Schwimmfähigkeit. Insgesamt fünf Personen wurden verhaftet:
- Bei der ersten Aktion wurden vier Männer verhaftet: zwei in Ceuta, zwei in La Línea de la Concepción (Cádiz). Ihnen werden kriminelle Organisation und Begünstigung irregulärer Einwanderung zur Last gelegt.
- Eine zweite Aktion führte zur Festnahme eines weiteren Mannes. Er sitzt in Untersuchungshaft.
So funktionierte das Geschäft
Das große Ganze: Eine der Gruppen operierte zwischen Ceuta und La Línea de la Concepción. Sie brachte kleine Boote von der gaditanischen Küste nach Ceuta, lud dort Migranten ein und setzte sie auf der Halbinsel ab.
- Die Ermittlungen begannen, nachdem ein Boot in Benzú (Ceuta) gestrandet gefunden wurde. Die Schäden passten zu Hochgeschwindigkeitsfahrten.
- Bis zur Überfahrt verbrachten die Migranten in Häusern, Garagen oder ähnlichen Verstecken. Eine andere Gruppe übernahm Empfang und Verteilung auf der Halbinsel.
- Die Organisation nutzte Begleitfahrzeuge, um Polizeikontrollen zu umgehen.
Sieben Personen wurden in einem kaum fünf Meter langen und zwei Meter breiten Boot von Ceuta zur Halbinsel gebracht – ohne Sicherheitsausrüstung. Nach fünf Stunden und rund 40 Kilometern trieben sie in der Straße von Gibraltar. Die Polizei fing sie in La Línea de la Concepción ab.
- Ein Zeuge sagte aus: Der Organisator verlangte 8000 Euro pro Person.
- Bei sieben Passagieren ergibt das 56.000 Euro Gewinn für eine einzige Fahrt.
- Zusätzlich prüft die Justiz Erschwerungsgründe: Gewinnabsicht, besondere Schutzlosigkeit der Opfer und Gefahr für Leben und Gesundheit.
Warum das wichtig ist: Die Polizei bestätigt erstmals offiziell, was seit der Masseninvasion Ende Juli läuft: organisierte Schlepperbanden bringen Migranten aus Ceuta planmäßig auf die Halbinsel. Der Preis: bis zu 9000 Euro, in winzigen Booten und ohne Sicherheit. Das ist kein Einzelfall, sondern der Beweis, dass der Druck aus Ceuta bereits auf dem spanischen Festland ankommt.

