In drei Sätzen: US-Präsident Donald Trump hat am Montag angekündigt, dass die USA mit einem „respektierten“ iranischen Führer Gespräche führen und Teheran angeblich begierig auf einen Deal sei. Er verlängerte die Frist für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus um fünf Tage, sonst drohten Angriffe auf iranische Kraftwerke. Der Konflikt zwischen USA, Israel und Iran dauert nun in der vierten Woche an, mit anhaltenden Bombardements in Teheran und Libanon.
Der Auslöser: Trump hatte am Wochenende eine 48-Stunden-Frist gestellt, bis Montagabend die Straße von Hormus freizugeben, durch die vor dem Krieg ein Fünftel des gehandelten Öls floss. Andernfalls wollte er die iranischen Kraftwerke „obliterieren“. Stunden vor Ablauf der Frist kündigte er auf Truth Social die Verlängerung an, begründet mit laufenden „produktiven Gesprächen“.
Wer sagt was:
- Trump erklärte Reportern, Iran wolle „to make a deal“, und nannte den US-Gesandten Steve Witkoff sowie seinen Schwiegersohn Jared Kushner als Beteiligte an Gesprächen mit einem ungenannten „respektierten“ iranischen Leader am Sonntag.
- „They want peace“, sagte er später in Tennessee und sprach von einer „very good chance“ für einen Deal diese Woche.
- Irans Parlamentssprecher Mohammad Bagher Qalibaf postete auf X: „No negotiations have been held with the US“, und warf den USA vor, „Fake News“ zur Manipulation von Finanz- und Öl-Märkten zu nutzen.
Das Sittenbild: Der Krieg hat über 2000 Tote gefordert, Ölpreise in die Höhe getrieben und globale Lieferketten gestört. Die Straße von Hormus bleibt weitgehend blockiert, Schiffe meiden die Passage aus Angst vor Angriffen. Trumps Drohung mit Kraftwerksbombardements hätte Millionen Iraner und Golfstaaten ohne Strom und Trinkwasser gelassen, doch die Verlängerung brachte vorerst Entspannung und ließ Ölpreise sinken.
Das große Ganze: Mächte wie Türkei und Ägypten melden erste Mediationsbemühungen, mit Telefonaten zwischen Außenministern und Verhandlern. Trump fordert im potenziellen Deal die Übergabe des angereicherten Urans Irans, was Teheran bisher strikt ablehnt. Der Konflikt eskaliert weiter mit israelischen Angriffen auf Teheran und libanesische Ziele sowie iranischen Raketen auf Israel.
Zwischen den Zeilen:
- US-Envoy Steve Witkoff und Jared Kushner sollen am Sonntag mit einem iranischen Leader gesprochen haben, ohne dass Trump den Namen nennt.
- Iran bestreitet jegliche Verhandlungen und sieht Trumps Kehrtwende als Rückzug aus Furcht vor iranischer Reaktion.
- Iranische Raketen landeten in israelischen Siedlungen und Schulhöfen, ohne größere Schäden.
- Hezbollah feuert weiter Raketen aus Libanon auf Nordisrael, israelische Brückenbombardements deuten auf Bodenoffensive hin.
Follow the money: Die Straße von Hormus blockiert ein Fünftel des Welthandelsöls, was Preise explodieren ließ. Trumps Verlängerung und die Gespräche trieben Ölpreise um bis zu sieben Prozent nach unten und beflügelten Aktienmärkte.
Die andere Sicht: Iranische Nachrichtenagenturen wie Fars und Tasnim stellten Trumps Ankündigung als Rückzug dar. „Mit dieser Art von psychologischer Kriegsführung wird weder die Straße von Hormus in den Vorkriegszustand zurückkehren noch Ruhe auf den Energiemärkten einkehren“, kommentierte Tasnim. Die Revolutionsgarden drohten mit Vergeltung gegen US-Basen sowie gegen wirtschaftliche, industrielle und energetische Infrastruktur in der Region, einschließlich Entsalzungsanlagen und des Atomkraftwerks der Vereinigten Arabischen Emirate.
Warum das wichtig ist: Trump inszeniert sich als Deal-Maker, der mit brachialen Drohungen die Gegenseite zum Einlenken zwingt, während das iranische Regime stur jede Verhandlung leugnet und weiter auf Konfrontation setzt. Am Ende bleibt der Nahe Osten ein brodelndes Pulverfass, dessen nächste Explosion die Ölpreise in den Himmel treiben und die Weltwirtschaft in eine handfeste Krise stürzen könnte.
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