Auf einen Blick: Im Besucherzentrum des Parlaments schreiben Kinder und Jugendliche im Rahmen einer Betreuungsstation ihre ganz persönlichen Gesetzeswünsche auf. Die Liste reicht von radikalen Preisstürzen bei Fast Food über kostenlosen Fußball bis hin zur kompletten Kriminalisierung von Künstlicher Intelligenz. Die Vorschläge offenbaren einen absurden Mix aus kindlichem Wunschdenken und knallharten Alltagssorgen in einer dysfunktionalen Wirtschaft.
Was neu ist: Die Ideen werden stapelweise gesammelt und öffentlich an einer Wand im Parlament ausgestellt. Im ersten Halbjahr 2026 reicht die Spannbreite der Forderungen von einem Verbot des Internetphänomens „6-7“ bis hin zu staatlichen Eingriffen gegen die Inflation.
Realitätsverweigerung: Zwei Kinder verlangen einen amtlichen Dönerpreis-Deckel, wonach die Speise nicht mehr als 3 € kosten soll.
- Leonie, Lotte und Jasmin fordern einen monatlichen 100-€-Gutschein für Essen, „damit jeder sich Essen leisten kann“.
- Eine andere Gruppe will Konzerte komplett gratis oder für unter 100 € erzwingen.
Beutechema: Auch der Profifußball gerät ins Visier der Jugend. Ein Besucher verlangt die Aufhebung aller Kosten für Streamingdienste in Österreich mit der ehrlichen Begründung: „Ich mag gratis Fußball schauen“.
Panik vor der Technik: Beim Thema Künstliche Intelligenz schlägt die Stimmung in blanke Hysterie um. Helena, Alisa, Matilda und Martina fordern „härtere Bestrafungen“ für die Verbreitung von KI-Bildern und -Videos. Sie begründen dies so: „Mit der KI sind Deepfakes viel zu einfach zu erstellen, sie können Leben zerstören“. Andere Schülerinnen verlangen gleich ein Totalverbot von KI-Videoclips, weil man die Realität nicht mehr erkenne.
Ordnungsruf: Auch abseits der großen Politik greift der Regulierungswahn. Eine Person will Schwarzfahren im öffentlichen Verkehr verbieten, weil die Leute „ehrenlos“ seien, während der Busfahrer sein Bestes gibt. Gefordert wird zudem eine Führerscheinpflicht für E-Roller wegen der Unfallzahlen – unterstützt von der eigenen Oma. Eine Besucherin will „mehr Pfand auf alles“ inklusive Möbel- und Lebensmittelverpackungen, um Müll zu reduzieren.
Schulreform: Im Bildungsbereich fordert ein Kind eine Uniformpflicht gegen Mobbing, ein anderes „hitzefrei in österreichischen Schulen ab 32 Grad“, und ein Jugendlicher will Handyfreiheit jederzeit, selbst im Unterricht. Schülerin Anne verlangt Geld für gute Noten als Lernanreiz, während ein anderer Schüler das „Du“ im Klassenzimmer abschaffen und durch ein distanziertes „Sie“ gegenüber Lehrern ersetzen will. Parallel dazu laufen im Sommer die Kinder- und Familienführungen im Parlament auf Hochtouren, bei denen man im Spielepass ein Lösungswort entschlüsseln kann.
Wenn Kinder Gesetze machen, regelt der Staat am Ende auch das Taschengeld. Willkommen in der staatlich verordneten Dauerkrise.
Frank sagt:


