Auf einen Blick: Das Pensionsantrittsalter schießt nach oben, aber die Firmen stellen niemanden mehr ein, der das 50. Lebensjahr überschritten hat. Im August 2026 saßen 311.448 Menschen ohne Job da. Und wer einmal draußen ist, bleibt draußen. Die Zeche für diese feine Arbeitsmarktpolitik zahlst am Ende du über steigende Sozialkosten und künftige Altersarmut.
Worum es geht: Die Realität am österreichischen Arbeitsmarkt trifft ältere Arbeitnehmer mit voller Härte. Während die Politik zum längeren Arbeiten drängt, zeigen die Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) für August 2026 ein brutales Bild der Verfestigung:
- Langzeitlos ab 60: 55,5 Prozent der arbeitslosen Menschen zwischen 60 und 64 Jahren sind langzeitbeschäftigungslos.
- Keine Chance ab 50: Bei den über 50-Jährigen liegt der Anteil der Langzeitarbeitslosen bereits bei 46,2 Prozent – über alle Altersgruppen hinweg sind es 33,8 Prozent.
- Explosiver Anstieg: Insgesamt sind 105.169 Menschen langzeitbeschäftigungslos (+12,2 Prozent zum Vorjahr). In der Gruppe 50+ stieg die Zahl binnen eines Jahres um 16,2 Prozent, bei den 60- bis 64-Jährigen sogar um 23,8 Prozent.
- Steigende Quoten: Im ersten Halbjahr 2026 lag die Arbeitslosenquote bei den 50- bis 54-Jährigen bei 6,9 Prozent, bei den 55- bis 59-Jährigen bei 8,1 Prozent und kletterte bei den 60- bis 64-Jährigen auf 10,8 Prozent. Das WIFO rechnet bis 2030 mit noch mehr Arbeitslosen in dieser Altersklasse.
Die Ausgrenzung durch die Betriebe
Das große Ganze: Das Problem liegt nicht am fehlenden Willen der Arbeitslosen, sondern an den Personalabteilungen.
- Laut Beschäftigungsmonitoring des Sozialministeriums für das 1. Quartal 2026 beschäftigten von rund 238.000 Unternehmen in Österreich gerade einmal 25 Prozent mindestens eine Person ab 60 Jahren.
- Ab 55 Jahren waren es auch nur 47 Prozent. Drei von vier Firmen verzichten komplett auf Arbeitskräfte über 60.
- Das Netzwerk arbeit plus fordert deshalb ein Bonus-Malus-System: Wer Ältere anstellt, wird entlastet. Wer sich drückt, zahlt Strafe.
Wer heute mit 55 seinen Arbeitsplatz verliert, hat vor sich zehn Jahre bis zur Pension und hinter sich einen Arbeitsmarkt, der ihn nicht mehr will. Dass sie mit 58 als unvermittelbar gelten, ist keine Eigenschaft dieser Menschen. Es ist eine Entscheidung der Unternehmen.
Sabine Rehbichler und Manuela Vollmann, arbeit plus Österreich
Warum das wichtig ist: Aus der verfestigten Arbeitslosigkeit kurz vor dem Ruhestand wird direkt Altersarmut, weil kaum noch Pensionsansprüche erworben werden. Gleichzeitig verliert die Wirtschaft wertvolle Berufserfahrung und regionale Kaufkraft, während die Kassen für Sozial- und Gesundheitssysteme plattgemacht werden.
Kassieren wollen sie alle Arbeitskräfte, aber wer über 60 ist, kriegt von Österreichs Managern nur die kalte Schulter gezeigt.
Frank sagt:

