Söldner: Private Sicherheitsfirmen rüsten sich für Einsatz in Gaza

Wer erinnert sich noch an Blackwater? Führende Vertreter aus Israel, den USA und den VAE diskutieren den Einsatz privater Sicherheitsfirmen in Gaza nach einem Waffenstillstand. Kritiker warnen vor erheblichen Risiken und verweisen auf negative Erfahrungen im Irak und in Afghanistan.

Redaktion
Sujetbild Geheim - Msporch - Pixabay

Der Vorschlag, private Militärfirmen nach Gaza zu entsenden, stößt auf scharfe Kritik. Die Zahl der Befürworter wächst jedoch von Tag zu Tag. Das dreckige Geschäft mit Söldnern feiert ein Comeback.

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Zweifelhafte Charaktere

Die Geschichte von sogenannten „Private Military Companys“ (PMCs) ist von Skandalen und Missmanagement geprägt.

Beispiele sind Misshandlungen durch Dyncorp-Mitarbeiter auf dem Balkan und das Massaker von Blackwater auf dem Nisour-Platz in Bagdad. Solche Verbrechen werfen Fragen zur Eignung dieser Firmen für komplexe Post-Konflikt-Szenarien auf.

Misswirtschaft und Korruption

Private Militärfirmen waren oft in finanzielle Skandale verwickelt. Laut der US-Kommission für Kriegsverträge wurden im Irak und in Afghanistan zwischen 31 und 60 Milliarden Dollar verschwendet oder gestohlen.

Kritiker fragen, wer die Sicherheitskräfte in Gaza bezahlen und wie die Verträge verwaltet werden sollen. Werden US-Steuergelder direkt oder indirekt verwendet?

Fragwürdige Trainingsmethoden

Die vorgeschlagene Rolle in Gaza unterscheidet sich stark von früheren Missionen. Private Sicherheitskräfte haben oft nicht die nötige Ausbildung oder Erfahrung für solch komplexe Aufgaben. Die Frage, wie diese Firmen ihre Mitarbeiter auswählen und schulen, bleibt ungeklärt. Auch die rechtliche Verantwortlichkeit dieser Firmen ist ein ungelöstes Problem.

Fehlende Kontrolle

Private Sicherheitsfirmen unterliegen nicht dem Militärrecht, und die rechtliche Lage in den USA und international ist unzureichend. Fälle wie Abu Ghraib und das Nisour-Massaker zeigen, dass rechtliche Schritte gegen solche Firmen oft Jahre dauern und selten zufriedenstellend gelöst werden. Wer trägt die rechtliche Verantwortung für die Aktionen dieser Söldnerfirmen im Gaza?

Wer zahlt, schafft an

Die Interessen von privaten Sicherheitsfirmen und ihren Auftraggebern sind oft nicht im Einklang. In Irak führten Sicherheitsmaßnahmen der Firmen zu Konflikten mit den strategischen Zielen der USA. In Gaza könnten ähnliche Probleme auftreten, wenn die Ziele der Firmen nicht mit denen der internationalen Gemeinschaft übereinstimmen.

Wahrnehmung und Reaktionen

Die Wahrnehmung privater Sicherheitsfirmen ist oft negativ, und lokale Bevölkerungen unterscheiden selten zwischen den Aktionen dieser Firmen und denen der entsendenden Regierungen.

Fazit und Ausblick

Der Einsatz privater Sicherheitsfirmen in Gaza könnte mehr Probleme schaffen als lösen. Insbesondere könnte der Einsatz zu politischen Unruhen führen, vor allem wenn es zu Gewalt oder zivilen Opfern kommt.

Quelle

defenseone.com

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